— 78 - er selbst zugibt (z. B. 1951. 1. p. 442) — kontrollierbare Beweise nicht zu erbringen sind. Diese bis zu einem gewissen Grade berechtigten Äusserungen bezüglich orogener Bewegungen bei fortschreitender Sedimentation sind im Rahmen des Konstatierbaren auch von E. A r g a n d, R. Staub und vielen andern Forschern als «embryonale Deckenbildungen» gekennzeichnet worden. Zwischen vertikalen Verstellungen, lateralen Schwellenverlagerungen und eigent- lichen Deckenüherschiebungen dürfte aber doch ein beträchtlicher und prinzi- pieller Unterschied besteben. Wir wissen von regionalen, mesozoischen und ter- tiären Deckenbildungen im gesamtalpinen Raum. Eine Deckenbildung von den frühesten «orogenen Bewegungen» an bis zu den letzten alpinen Baufortschritten ständig fortschreiten lassen, beisst wohl nicht viel anderes als Deckenüberschie- bungen zeitlich nach Belieben ansetzen zu-können. Dieser Schritt scheint uns zu weitgebend und wohl dem gegenteiligen Extrem vergleichbar, aus jeder datier- baren Brekzienlage eine gebirgsbildende Phase abzuleiten. Eine andere Ansicht im Zusammenhang mit der Abbautheorie scheint uns auch zu weit zu gehen, nämlich die, beliebig viele und z. T. sehr aus- gedehnte Faziesstreifen nach Bedarf in die Tiefe verschwinden zu lassen. Dies, um nicht beobachtbare «ehemals kontinuierliche Faziesübergänge» zwischen heute tektonisch getrennten und faziell in keiner Weise zusammengehörigen Sedimentmassen erklären zu können. Man denke nur an die Lage des ober- ostalpiuen Faziesraumes nach dem Schema von E. Kraus; an den entspre- chenden «Hinabbau» in die Narbe, um die Kalkalpen im Norden an den Kreide- flyschtrog anlehnen zu können und am Südrand in Nachbarschaft mit den Prä- tigauschiefern zu gelangen, ferner an die weitgehende Versenkung in die «nord- alpine Narbe» westlich Chur, usw. Die Verlagerving allen wesentlichen tektonischen Geschehens in unkon- trollierbare Tiefen mit der relativen Bedeutungslosigkeit aller «ausseubürtigen» Abbildbarkeit desselben, zusammen mit der Möglichkeit, fazielle Zusammen- hänge zwischen vollkommen differenten Sedimentmassen nach Belieben kon- struieren zu- können (indem man die vermittelnden Faziesstreifen als in die Tiefe verschwunden erklärt) scheint uns zu gewagt. . Bei der Beurteilung der Art des Überschiebungsvorganges des Vorarlberger- und Vaduzer-Triesner Flysches sind zu berücksichti- gen: die tektonische Stellung und die ehemalige Lage im Ablage- rungsraum auf Grund fazieller Erwägungen. Die tektonischen Argu- mente sind in unserem Falle nicht massgebend, weil die entschei- dende Zone nicht aufgeschlossen ist. Fazielle Gründe sprechen nach unserer Ansicht eindeutig für eine Herkunft des Vo. aus dem pen- ninisehen Flysch-Grosstrog, d. h. von südöstlicherer Herkunft als der nordwestliche Prä. Tektonisch steht dieser Einlogierung nichts im Wege. Somit müssteu Vo. und Va.-Tri. den Prä. iiberschoben und überholt' haben.
        

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