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- Festansprache des Landtagspräsidenten Dr. Alois Ritter, aniässlich der Gedenksitzung des Landtages am 12. Juli 1956 «Durchlauchtigster Landesfürst! Herren der Fürstlichen Regierung ! Meine Herren Abgeordneten ! Gestatten Sie, dass ich vor Eintreten in die Tagesordnung einige Worte zum heutigen Tage an Sie richte. Was hat es denn für eine Bewandtnis mit dem heutigen Tage, dem 12. Juli 1956? Nicht mehr und nicht -weniger, als dass der 12. Juli 1956 der 150. Gedenktag der Begründung des Rheinbundes ist und damit der 150. Jahrestag der liechtensteinischen Souveränität. Im Jahre 1719 waren die beiden reichsunmittelbaren Herrschaften Vaduz und Schellenberg von Kaiser Karl VI. zum Reichsfürstentum Liechtenstein. erhoben worden, und am 12. Juli 1806, also heute vor 150 Jahren, wurde mit der Unter- zeichnung der Rheinbundakte in Paris aus dem Reichsfürstentum — durch den Willen des Kaisers Napoleon — 
das souveräne Fürstentum Liechtenstein. Ein zeitgenössischer Rechtsgelehrter, Professor des Staats- rechtes an der Heidelberger Universität, Dr. Karl Salomo Zachariä, nennt den 12. Juli 1806, im Hinblick auf die Gründung des Rheinbun- des, 
dön Geburtstag der Souveränität schlechthin. Die 150. Wiederkehr dieses Tages rechtfretigt es sicherlich auch für den Landtag, einen Augenblick stillzuhalten in der Abwicklung der Tagesgeschäfte und einen Blick zurückzuwerfen in die Zeit vor 150 bis 160 Jahren, um sich in Erinnerung zu rufen, wie es zu diesem Ereignis der Souveräni- tätsbegründung kam, und sich ein Bild zu machen von jenem neuen Staatengebilde, das unter dem Namen «Rheinbund» in die Geschichte eingegangen ist. Es war eine unsichere, unruhige gefahrvolle Zeit um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Die dunklen Gewitterwolken der grossen Französischen Revolution überschatteten das unglückliche Europa und insbesondere das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, welches nach tausendjährigem Bestand in seinem verfassungsmässigen Gefüge morsch und altersschwach geworden war. Die Revolution hatte ur-
        

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