- 73 - helvetischen Kreidetrog; aber auch südwärts in die kalkalpine Oherkreidc übergehen». Darüher hinaus bildet nach E. Kraus das «Randostalpin» die ehemalige stratigraphische Unterlage 1. des Wildflysches der «Feuerstiitter-Decke» (also «präalpiue» Unterlage, wie sie im Klippengcbie! von Crabs und Balderschwang aufgeschlossen ist) 2. des Kreideflysches selbst und 3. der sog. «randostalpinen» Reste in der Quetschzone unter den Kalkalpen {«Retterschwang-Decke» im Allgäu). 0. h. er nimmt eine durchgehende mesozoische Unterlage an zwischen seiner « vindelizisehen Nord- und Südschwelle». Seine übersichtlichen Zeich- nungen 1953, 1, Taf. Xll. Taf. XVI. Abb. III usw. geben die nach seiner Ansicht herrschenden Verhältnisse wieder. Die Verhältnisse sind nach unserer Auffassung die folgenden : Jn der Grabserklippe liegt über ältermesozoischen Gliedern eine Oberkreideserie von Turon bis Paleocaen in Couches-rouges-Fazies (bzw. Leiniern-) vor (AI. F o r r e r, 1949). Im Ba Mersch wanger Klippen gebiet scheinen Couches rouges f raglich zu sein. Die stratigraphisebe Gliederung ist trotz der prächtigen Arbeit von V. Cor- nelius (1926) noch nicht restlos geklärt. Die1 in Begleitung ällermesozoischer Glieder in der Quetschzone unter den K'alkalpen auftretenden Couches rouges sind — soweit wir bisher bei einigen kursorischen Begehungen feststellten — cenoman-turon- und senonen Alters. ' Damit steht aber heute schon fest: Die Oberkrcidehorizorte, die in den genannten Zonen stratigraphisch mit ältermesozoischen Gliedern verknüpft auftreten, haben nichts mit den wohl altersäquivaleiiten, aher lithofaziell vollkommen difterenten Flyschserien zu tun. Der Flysch lie^t als «fazieller Fremdkörper» tektonisch zwischen zwei faziell unter sich ähnlichen Zonen. Ob man nun der Ansicht ist. die Klippen- und Quetschzonen-Gesteine seien ultrahelvetischer oder unteroslalpiner Herkunft (oder z. T. der einen, z. T. der andern), spielt in diesem Zusammenhange keine Rolle. Die Oberkreide der hö- heren Schuppen der ultrahelvetisonen Schuppenzone von "Wildhaus und Praxen» (der Liebensteiuer-Decke R i c Ii t e r 's weiter östlich = Teile der «Feuerstätter- Decke» von E. Kraus), der Grabser Klippenserie ,und der «Quetschzone» zwischen Flysch und Kalkalpen-Basis liegt in «Seewer-». «Leimem-» oder «Con- ches-rouges-Fazies» vor. was lithofaziell ein und dasselbe, bedeutet (für die «Secwer-Fazies» gilt das nur bedingt). Dabei wird in der Regel von Seewcr- iiu helvetischen, von Leimen»-1) im äusserst et» südhelvetischen («ultrahelve- tischen»), von Couches-rouges-Fazies im imterostalpinen Faziesraum gesprochen. 1) «Leiiueru-Fazies». nach F. J. Kaufmann, 1872. p. 164: «Eine eigentüm- liche Fazies bildet der teils rot. teils weiss gefärbte Kalkstein und Kalk- schiefer von Leimern im Quellbezirk des Suldbaches bei Beatenberg ...» Ferner : «Der weisse Kalk kommt auch für sich allein vor. so z. B. an der Emme, Habkeni. Entlebnch. Die Foraminiferen. welche in diesen Kalken auftreten, sind nach vorläufiger Betrachtung, wenigstens z. T. von beson- derer Art ...» Diese Beobachtung von F. J. Kaufmann ans dem Jahre J872 (in Dünnschliffen !) sind ausgezeichnet.
        

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