— 95 — Im Zuge der Erhebungen betr. das .Siebental musste ich feststel- len, dass es früher im Malbun — entgegen meinen Ausführungen in «Unsere Berge und Jöcher auf alten und neuen Karten», veröffent- licht in der Bergheimat 1952 — doch ein Silberborn gab. Ein Silber- horn im Malbun tauchte für mich erstmalig auf 'der 1925er Schul- karte auf, urkundliche Belege fehlten ganz. Für die ausländischen Skifahrer wurde nach dem 1. Weltkrieg die Abfahrt mit dem klin- genden Namen «Silberhorn» bald ein Begriff. Die Bergbezeichnung Silberhorn wurde 'daraufhin — als Neuschöpfung — auf den neuen Karten durch «Hubel», das ist eine alte, urkundlich vielfach belegte Bezeichnung für den schön gerundeten Bergrücken, ersetzt. . Zu 'dieser Richtigstellung muss ich mich deshalb entschliessen, weil mir ein zuverlässiger Gewährsmann mitteilte, er hätte die Be- zeichnung «Silberhora» aus idemMunde alter Malbuner Bauern schon vor fünfzig Jahren'gehört. Ich gebe hier diese Aussage mit Vorbehalt weiter, mit Vorbehalt deswegen, weil ich, wie schon ausgeführt, weitere Beweise bis heute nicht habe ausfindig machen können. Prof. M. Szadrowsky, eine bekannte Kapazität auf dem Gebiete der Dia- lekt- und Flurnamenforschung in Chur, dem der Sachverhalt vor- gelegt wurde, schreibt: «Die runde Bergkuppe «Silberhorn» war gewiss als s i n w e 1 d. h. rund bezeichnet». Damit hätten wir im Malbun die gleiche Entwicklung festzu- stellen wie bei der vorerwähnten Sibelmatte in Graubünden (Davo- sergebiet). 'Das mhd. sinewel, sinwel, simbel, sibel (= rund, kreis- förmig) hat also, nach dem es in der Umgangs- und Schriftsprache nicht mehr im Gebrauch stand, in den vielen darauf zurückgehenden örtlicbkeitsnamen eine ganz verschiedene Entwicklung mitgemacht. Mit dieser etwas komplizierten Ausführung über unser Sieben- tal möchte ich sehliessen. Ich bin überzeugt, dass noch eine weitere Anzahl unserer Flurnamen auf die gleiche Art der heutigen Gene- ration wieder etwas näher gebracht werden könnte. Vielleicht wer- den durch diese meine Arbeit auch andere zum Weiterforschen an- geregt, vielleicht erweckt sie Widerspruch. Beides würde dieser Sache dienen !
        

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