- 83 — Schon in einer Urkunde aus dem Jahre 1515 taucht in Triesen- berg 'die Bezeichnung Leitenwies auf. Dieser Flurname hat sich erhalten, in dem man in Triesenherg heute noch eine obere und eine untere Leitenwies kennt. Leite (mhd. Ute) = Bergabhang, Halde. Im Südtirol scheint der Ausdruck Leite noch in ider Umgangssprache in täglichem Gelbrauch zu sein, denn von dort bekommt man den guten Leitenwein angeboten. Das alte Wort Leite begegnet uns vor allem Inoch häufig in österreichischen Orts- und Geschlechtsnamen (z. B. Frohnleiten, Sonnleitner, Lechleiten). * *• * Unter Scheie (mhd. seine) verstand man früher einen Latten- oder Holzzaun. In unseren Alpen, besonders auf den Triesenberger- alpen wird eine bestimmte Zaunart — mit ganz typisch gekreuz- ten Pfählen — heute noch mit Scheienzaun bezeichnet. Scheien- zaun heisst also wörtlich: Holzzaun-Zaun. Der ursprüngliche Sinn des Wortes ging also auch hier verloren. Vor etwa 100 Jahren gab es in Schaan noch ein Scheienma'bd (Flur VI), in Mauren wurde auf der Flur III ein Gebiet mit «beim iScheienzaun» benannt. Auf dem Gebiete der Gemeinde Sehe Hemberg (Flur I) gibt es heute noch einen' Scheienbüchel. Auch unser Scheuenkopf, der aufragt wie ein riesi- ger Zaunpfahl verdankt dem mhd. schie seinen Namen. Bei meinen vielen Bergwanderunigen im In- und Ausland war ich von jeher bestrebt, nicht nur die Namen der Alpen und der Berge kennen zu lernen, sondern ich wollte- stets auch die Namen erfahren, die für "kleinere >und kleinste Bezirke gelten. Stets ver- suche ich die örtlichkeitsbezeiebiTung aus den gegebenen Verhält- nissen an Ort und iStelle izu verstehen, was mir heute in den ineisten Fällen auc'h-gelingt. Den Grat bezw. die Westabhänge izwischen idem Plassteikopf und dem Rappenstein benennen die Triesner «in den Hochspieler». Das Wort Spiel kommt auch in-der Alpbezeichnung Hahnenspiel vor. Heute noch balzen jährlich die Birkhähne auf den 'hochgelegenen
        

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