ren Einträge sind erkennbar an ihrer Kürze, ihren lateinischen Überresten und ihrer teilweisen UnvolLständigkeit mit dem Verweis: «Als mans in dem alten iarzittbuooh lütter findt». Das Latein als Sprache der Jahrzeitenbücher war aher noch kaum aufgegeben und wirkt noch ins neue Buch hinüber. Die altertümlich anmutenden Kurzeinträge beginnen oft mit «obiit», obwohl auch das alte Buch bereits ein Jahrzeiteribuch und nicht mehr bloss ein obituarium war. So lesen wir z. B.: «Obiit Mätzi Haslerin; haut gelon II denarios plcbano ab aim aker vff Gustaix, stosset an sant Licis guott». Dies ist noch obituarium, und vom Worte «haut» an auch bereits schon Anniversareintrag. Die neuen Einträge des Pfarrers Ammann hingegen sind sehr weitläufig. Unter dem 19. März lesen wir z. B.: «Item Heni Kilchenmaiger, Greta uxor eius et Ursula, Elsa und Jos ira kind und Clausen Werder und siny kind hond geordmiatt an ir iarzitt VI solidos denariorum ab dem Wermad, stosset ze ainer sitten an denBruol,zuo der andren sitten an daz gross mad des Kochs mad, zuo der undren sitten an die waid: da sond werden aim lüt- priester V solidi denariorum, der sol zwo messan haben vff ir iarzitt, ain gesungen und ain gesprochen, und vor 'den messan sol der lüt- priester ain vigilg singgen und nach den messan mit dem placebo über iry grober gon; und VI denarii gehörent sant Martin, III denarii unser frowen ze Bender und II denarii dem mösner, daz er die priester über iry gröber wisy. Und welis iars der lütpriester daz iarzitt nit beginge vnd der mesner du priester über yry greber wisty, so ist des selben.iars daz gelt verfallen sant Martin; daz sol ain kilchenmaiger inzieohen». Andere Male kommen noch ausdrücklich dazu Kanzelverkün- digung, Kerzen, die zu brennen haben, Spenden an die Armen usf. Jedenfalls waren die Jahrzeiten feierlicher als heutzutage. Die To- tenvigil am Vorabend oder am Morgen, im Kerzensohein, in Choral gesungen, bestand aus drei Nokturnen, jede Nokturn wieder minde- stens aus je 'drei Psalmen und drei Lesungen. Diese Feier kommt aus einer eigentlichen Totenwache. Das gesungene Requiem am Jahrzeitstag und die übrigen Messen, sofern solche gestiftet wurden, bildeten den Höhepunkt. Das anschliessende Eibera me Domine hatte beträchtlich mehr iStrophen als heute. Nachher beim Gräber-
        

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