— 8 — bedürfen in unserem Fall der Klärung? Eindeutig: Souveränität, ihr Wesen, ihr Verhältnis zur Staatsgewall und dein Träger der Staatsgewalt. Was ist Souveränität? Das Wort gibt einen Hinweis. Souverä- nität kommt aus dem Französischen/' Seit dem 12. Jahrhunderl kennt die französische Sprache die Albleitung Souverainete aus dem im 11. Jahrhundert vorkommenden Sovrain. Sovrain aber leitet sich vom spätlateinischen superanus, einem Adjeiktiv zur Präposition su- per4, «oben», «darüber»'her. Der Souverän ist der, welcher regiertund an der Spitze steht.0 Bald ist das Wort im Deutschen heimisch: als Adjektiv wird es von Schiller verwendet; es tritt als männliches Substantiv auf («Souverän»), und das Wort Souveränität gebrauchen deutsche Juristen des 17. und 18. Jahrhunderts, sowie Immanuel Kant.6 Durch seine Herkunft ist das Wort gezeichnet. Der Entste- hungsgrund blieb in ihm wirksam. Wie der Begriff neu ist, ist auch sein Inhalt neu. . Die potamischen Frühkulturen kannten ulen Begriff nicht. Der Staat war Feod kosmischer Mächte, Gewalten und Götter.7 Auch den Griechen war Begriff und Inhalt ider Souveränität unbekannt. Für Aristoteles war das auszeiclinendste Merkmal des Staates Autarkie: der Staat bedarf 'keiner ihn seiner Natur nach, ergänzenden Gc-nieimschaft; er ist «koinonia autarikäs».8 Den Römern rückte die Souveränität nicht in die Helle ihrer Staatslehre. Das stolze Rom verglich sich nicht mit andern Staaten." Auch die.Staaten des hohen Mittelalters sind nicht durch eine De- finition des modernen Staates zu erfassen. Von Souveränität ist nicht die Rede. Mitteis definiert (übrigens in Anlehnung an Johann von Grimm Jacob u. Willi., Deutsches Wörterbuch X. Bd., erste Lief.. Leipzig 1899, Spalte 1822. 4. Gainillscheg Ernst. Etymologisches Wörterbuch der franz. Sprache G — X. Heidelberg 1928, 814. 5. Codefroy Frederic. Dietionnaire de l'ancienne* langue franc/aise et de tous ses dialeets du IXe au XVe siecle. Paris 1892. Tome septieme p. 569. 6. Grimm 1. c., Spalte 1882. 7. Frankfort Henri u. H. A., Frülilieht des Geistes. Stuttgart 1954, 212 ff. 8. Jellinek Georg, Allgemeine Staatslehre, III. Aufl., Berlin 1914, 436 ff. 9. .lellinek 1. e.. 439,
        

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