- 47 - Gossen die Zecher die trunkene Seel' aus im süssen Getränke. Dieser da schlürft noch im Sterben das Nass und ein anderer gibt es Wieder mit Blut von sich, und verspritztes Gehirne vermischt sich Unter dem Fass mit dem Weine ; der Schenk fällt, tödlich getroffen. So war der Frevel gebüsst und die Fässer befleckt mit der Lache. Atmend noch seufzte der Greis: o hätt' ich doch froh vor dem Tage, Und vor dem Todesgeschicke die Fülle des Weines genossen ! — — Ach, unselige Furcht, o ihr Herzen, untauglich zum Kriege ! Hätten die Feinde die Burg hilfreich vor den Türmen verteidigt, Nimmer wurde sie dann mit den Waffen belagert und nimmer Wäre sie so urplötzlich der grausamen Zerstörung verfallen ; Deshalb waren die Schweizer ihr nicht in dem Kriege genahet ; Hatten sie ja nicht Befehl zur Erstürmung der Burgen erhalten, öffentlich haben sie dies laut unter dem Volke verkündet. — Das B r a n 'd i s 1 i e d Lemnius fand in seiner Vorlage auch ein Lied auf Ludwig von Brandis und er Hess es sich nicht nehmen, es in sein Epos aufzu- nehmen. Eigenartigerweise gehen die beiden Kriegsberichte in der Fassung des Liedes auseinander. Der 'Ursprung'' hat folgenden Text: 0 Ludwig von Brandis werist still gsessen, . Der Eydtgnossen Rhat nit vergessen, Die Pünidt zu straaffen ,nit vermessen, Die sach wer dir vil besser gewesen, Dins bruders Unglück bist der anfang gross Des Stadt sein Hauss wüsst, lehr vnd bloss, Die seinen warendt den Pündten verwandt Was woltest den sinen in das Landt? Nüw vnruw hast du thun uffwecken, Den Friden allenthalb beflecken, Dess bistu kommen in grosse nodt, Vnd allen deinen Feinden zspott, Das ist >mir leid in trüwen, Brandis thutt mich sehr rüwen. Die Acta haben: 0 Ludwig1 von Brandis werest du still gesessen Als dir wol gezimbt vtid zugelassen were, Hettest Du der Eidgenossen thrüwen rhatt nicht vergessen.
        

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