— 45 — War auch bereit Brandschatzung zu zahlen, der Gulden zweitausend, Wenn vor dem Feuer die Burg sie verschonten ; doch während die Führer Weiter verhandelten, stürmten die Haufen nunmehr in die Türme, . Drängten sich in die Gelasse und sprengten mit Waffen die Türen, Hohen Gemächer und Kisten und Kasten voll edler Metalle. Schleppten' die Kleider zusammen und Haufen gemünzten Erzes, Leerten den Schatz und trugen das Gold und das Silber von dannen Was sie zu schleppen vermöchten, das wurde geraubt und geplündert. Grausam war das Getriebe in all den Gemächern des Schlosses. Wehrlos ward Wolfgang mit Ludwig von Brandis gefangen. Beide auch wurden hinweg dann geführt von dem heimischen Boden.. Kaum war die zweite Stunde der Nacht entflohen, so führte Man sie nach Werdenberg und von dort ward Ludwig dann weiter Fort nach Luzern, als Gefang'ner, geschickt. So endet das Bündnis. Misslich war der Erfolg, den die eitele Weisheit erzielte, Denn noch hatten die Führer sich über den Preis nicht verständigt. Wütend warfen die Scharen nunmehr .den Brand auf die Dächer ; 
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Herrliche Schätze verwandelten sie mit dem Schlosse in Asche. Hier war Getreide des Kaisers, und Fleisch und auch Kleidung in Fülle. Und was an Vorrat lag in den Häusern, die prächtigen Betten, Sämtlicher Hausrat auch, den das Volk in'der Angst vor dem Kriege Hieher geflüchtet, und Becher und funkelnde Weine die Menge: All das wurde den Flammen geweiht und verzehrt von dem Feuer. Schwer glaublich ist wtfhl doch, dass die Bewohner von Triesen mit den Schweizern gemeinsam 'gegen Ludwig von Brandis ziehen, wie es besonders in der deutschen Übersetzung lautet. Campell da- gegen schreibt deutlich: «Gemeinsam mit den Rätiern zogen nun die Eidgenossen vor Vaduz (,S. 153). — Die angebotene Summe be- trug nach dem lateinischen Text: 60 000 Sestertien (soviel wie 10 000 fl. bemerkt dazu J. B. Büchel). Kaiser gibt -diese Summe an (S. 281). Der «Ursprung» schreibt S. 34, 2 000 Gulden, die Acta da- gegen (S. 121) 20 000, Plattner hat zweitausend Gulden . . Eine etwas verworrene Angelegenheit !— Über die Abführung der Bran- diser meldet der Bericht (,S. 34): «Zwo stundt in der nacht», auch die Plünderung findet sich hier: «Do was die täding geendet vnd die wissheit zergangen, vnd hat der muttwill vberhandt, sy zuntendt an, ohn ir Herren vnd beueloh, die den 'brandschatz woltendt gnommen haben, vnd verhrandendt in dem Huss ein gross merklich gutt, an' gutem wyn, korn, fleisch, betgwandt vnd Hussrhatt, vnd waz noch in dem Schloss waz, dann die armen lütt hattendt all ir hab vnd gutt dahin geflöchnet».
        

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