— 26 - Der Verfasser Simon Lemm-Margadaut (Seine Mutter war eine Margadant) nannte sich nach Bumanistensitte Simon Lemnius Emporicus (oder Meroator). Er stammte aus dem Münistertal und wurde anfangs des "16. Jahrhunderts gehören. Früh verlor er seine Eltern (sein Vater hatte persönlich im Schwabenkrieg mitgefochten) und zog dann in die Fremde. Sein Weg führte ihn nach München, Ingolstadt und Wittenberg, wo er mehrere Jahre an der Hochschule studierte. —• Hier gab er 1538 satirische Epigramme heraus und geriet in hef- tigsten Konflikt mit Luther. Er floh aus Wittenberg, stritt aus der Ferne noch heftig gegen den Reformator und kehrte schliesslich in seine Heimat izurüok. In Chur war er als Lehrer tätig, übertrug die Periegesis des Dionysius, sowie Homers Odysse und Batrachomyoma- chie in lateinische Hexameter. Er fand als Dichter Anerkennung, so wurde er z. B. in Bologna zum Dichter gekrönt. Als sein Hauptwerk gilt das «Bellum Suevicum 1499 gestum», das er nicht mehr veröf- fentlichen konnte, denn ,am 7. Dezember 1550 raffte ihn die Pest dahin. Ulrich Campell (ein Graubündner Humanist und Reformator) berichtet, er habe noch in seiner Sterbestunde «als er weder stehen noch sitzen und kaum die Feder halten konnte, mit zitternder Hand folgende Grabschrift geschrieben: 'Conditius hie iaeeo praeclarus car.mine vates Lemnius, heu pesti praeda petita fui. Spiritus in nitido versatur celsus Olympo Terra levis bimst a haec contegit ossa tarnen. (Conrad v. Mohr: Ulrich Campells zwei Bücher rätisoher Geschichte, Chur 1851, deutsche Ubersetzung S. 132). Verständlich ist auch Campells Urteil über den Dichter und Zeitgenossen: «Schade, xlass er ein besserer Dichter als Christ war». Das Epos wurde im 16. Jahrhundert mehrfach abgeschrieben und diente auch als Quelle (PI. Plattner nennt: Campell, F. v. Spre- cher, Guler). Wie schon gesagt, blieb das Werk iingedruckt bis 1874. Eine Übersetzung durch einen Hamburger Lehrer Ende des 18. Jahr- hunderts wird von Plattner eher als Travestie bezeichnet. Die Hand- schriften gehen sämtlich auf Hans Guler zurück. Plattner hat, wie er angibt, die ihm notwendig scheinenden Korrekturen angebracht (in der Ausgabe sind sie nicht vermerkt).
        

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