— 18 — wenden».58 Die Mitwirkung war in Liechtenstein keine wirksame. Artikel 16 der Verfassung von 1818 bestimmte: «Vorschläge im bür- gerlichen, politischen und peinlichen Fache können wir .... und Vorschläge die äusseren Staats-Verhältnisse betreffend, dürfen wir wegen dem nötigen Miteinverständnis mit andern mächtigen deut- schen Staaten Unseren getreuen Ständen nicht erlauben.»07 Die Ver- fassung vom 26. September 1862 kam vom monarchischen Prinzip auf dem Weg zur demokratisch-parlamentarischen Erbmonarcihie im grundsätzlichen nicht weiter. In Artikel 2 heisst es: «Der Landes- fürst ist Oberhaupt des Staates, vereinigt in sich alle Rechte der Staatsgewalt . . . »°8 Freilich wurde dem Volk ein beachtliches Mass von Mitspracherecht schon 1862 eingeräumt. Die Auseinander- setzung zwischen Monarchie und Volkssouveränität war, wie Ranke sagt, die leitende Idee des 19. Jahrhunderts.09 Sie farnd in Liechten- stein durch die Verfassung von 2. Oktober 1921 ihren glücklichen Abschluss. Diese Verfassung sieht die souveräne Staatsgewalt «im Fürsten,und im Volk verankert»."0 Aus den geschichtlichen Tatsachen erhellt, wie wenig Ort und Behausung der Souveränität, ob sie in den Fürsten verlegt wird, ob sie durch die Volkssouveränität ins Volk eingesenkt ist, oder ob sie in der Gemeinsamkeit von Volk und Fürst ruht, zur Wesensbestim: mung der Souveränität beiträgt. Das Wie und Wo der Souveränität bedingt nur die Wahrnehmbarkeit ihres Wesens. Es sind Akziden- zien. Hier ist das Feld politischer Auseinandersetzung, politischen Kampfes und politischer Dogmatik. Die Souveränität wird aber auch im aussenpolitischen Raum sichtbar. Nach aussen bedingt das Höchstsein der souveränen Staats- gewalt idas Freisein von jeder staatsrechtlichen nicht (kündbaren, un- freiwilligen Unterordnung.61 Die Souveränität zeigt sich im Abschluss von Staatsverträgen und in-der Anerkennung der Souveränität durch 56. Jellinek 1. c, 472, Anmerkung. 57. JB. 1905, 216, Verfassung von 1818; Hantsch 1. c., 296. Artikel 13 der Bundesakte setzte fest: «In allen Bundesstaaten wird eine landstän- dische Verfassung stattfinden». 58. Verfassung vom 26. September 1862, Art. 2. 59. Vgl. Schnabel F., Deutsche Gesch. im 19. Jahrh. II. Bd., Freiburg 1949, 3. 60. Verfassung vom 2. Oktober 1921, Art. 2. 61. Handbuch der Politik I. Bd. 1. 1. c, 69.
        

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