— 17 — Souveränitätsrechte stehen die schon bei Bodin auftauchenden acht «vrayes marques de Souverainete».49 Von den Rechten machte der Inhaber der souveränen Staatsge- walt, Feldmarschall (Fürst Johannes I., 'ausgiebig Gebrauch.- Die Volksrechte wurden, der absolutistischen Theorie entsprechend, als usurpierte Hochheistrechte vom Souverän heimgeholt. Der Lands- brauoh und die , Landammannverfassung wurden abgeschafft."0 Schuppler regierte von 1808 bis 1818 ohne Verfassung. Von Öster- reich übernommene Gesetze überbrückten den Mangel. Ein neues Steuergesetz wurde 1807 kraft souveräner Herrschergewalt erlas- sen.51.Die'Gemeindeverwaltung wurde durchsouveräne Verfügung neu geregelt.52 Die territoriale Hoheit des Staatsgebietes wurde hervor- gehoben und eine Steuervereinlbarung mit Feldkirch von 1614 auf- gelöst.53 Das Schulwesen und wirtschaftliche Bereiche wurden von Grund auf umgestaltet. Das ist jene Zeit, an der sich Peter Kaiser so sehr gestossen hatte.54 In der lanidständiischen Verfassung vom 9. November 1818 ruhte die Souveränität noch ganz im Träger der Staatsgewalt. Das monar- chische Prinzip galt in Liechtenstein wie in Süddeutechland, Preus- sen und Frankreich.55 Souveräne Machtvollkommenheit der Fürsten gewährte den Untertanen im Rahmen der Verfassung beschränkte Mitspracherechte. Was die Wiener Schlussakte in Artikel 57 formu- lierten, war in Liechtenstein 1818 mehr als verwirklicht: «Der Sou- verän kann durch eine landständische Verfassung nur in der Aus- übung bestimmter Rechte an die Mitwirkung der Stände gebunden 49. Jellinek 1. c, 462. 50. Vgl. JB. 1954, 55 ff. 51. JB. 1954,' 94 ff. 52. JB. 1905, 203 ff. Dienstinstruktionen von 1808. 53. JB. 1954, 54. Die Ansicht von Loyseau, dass die Souveränität am Staats- gebiet hafte, steht vielleicht im Hintergrund dieser Vertragsauflösung. Vgl. Jellinek 1. c, 460. 54. Kaiser P., Gesch. d. Fürstentums Liechtenstein, Chur 1847 , 499 ff. 55. Altmann Willi., Ausgew. Urkunden zur ausserdeutschen Verfassungsgesch. seit 1776 1. c, 220 ff. Die «Charte constitutionelle» vom 4. Juni 1814 war allgemeines Vorbild. Zu den Verfassungen in den einzelnen Staaten vgl. Jellinek 1. c., 470, Anmerkung'2.
        

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