Maximilian Müller beitrat. Trotzdem beide Erklärungen zu dem Sohluss kamen, dass die Bendel nicht ordnungsgemäss ausgebildet seien, konnten sich diese, was hier vorausgenommen sei, letzten Endes doch des Sieges rühmen, da Erzherzog Leopold'die schützende Hand über sie hielt. Er verfügte am 26. Dezember 1627, es sei sein «gnädigster Befehl, Wille und Meinung, dass ermelter Bendel — nur Jakob hatte seinen Entscheid angerufen — in ruhiger Übung seines Handwerks gelassen werde», da er «in der Kunst anderen Meistern nicht allein glich, sondern wohl fiirtreffe». Erasmus Kern, der uns hier interessiert, hatte in seinem Schrei- ben an die Zunft der Schmiede in Waldsec vom 23. Mai 1625 er- klärt, dass am gleichen Tag der «ehrenhafte und kunstreiche Mei- ster Michael Zürn, Bildhauer von Waldsee, zu ihm gekommen sei und ihn von dem Streit seines Vaters und seiner (Michaels) fünf Brüder mit den Bendel unterrichtet habe. Auf Zürns Wunsch be- kunde er nun, es sei «Handwerks Brauch, dass jeder Bildhauer vier Jahre lang hei einem ehrlichen, redlichen Meister lernen muss . . . und er muss auch von ehrlichen, redlichen Leuten ehelich geboren sein und erzeugt: es darf auch kein Müllers- oder Baderssohn, We- bers- oder Schergensohn die Kunst lernen». Bendel, der nur eine Lehrzeit von zwei Jahren durchgemacht habe, erklärte er daher «die- weilen er seine Lehrjahre nicht erstreckt hat als für einen Fretter und Stümper, ja für einen unredlichen Meister». Das sind starke Worte, aus denen man die entschiedene Parteinahme für die Familie Zürn deutlich heraushört. Dass Kern mit ihr in persönlicher Bezie- hung stand, wird man daher ohne Bedenken annehmen dürfen. Das Stadtgericht hatte ja nicht selbst die Gutachter bestellt, sondern den Klägern anheimgegeben, wen sie beizielien wollten. Auch der Gegen- partei wurde kein Einfluss auf diese Wahl eingeräumt. Dass die Zürn nur Experten beizogen',deren Stellungnahme sie sicher waren, dürfte sich fast von selbst verstehen. Persönliche Beziehungen werden'auch bei den anderen Gutachtern deutlich. Sowohl Prielmayer wie Müller wirkten in Überlingen, der Stadt, also, für die Jörg Zürn sein be- rühmtestes Werk, den Hochaltar in der Pfarrkirche (1613 — 1618), geschaffen hat. — Wenn nun Michael Zürn, ein Bruder Jörgs, sich eigens nach Feldkirch aufmachte, um Erasmus Kern zu gewinnen, so wird man dies als Zeichen dafür auffassen.dürfen, dass dieser zum Freundeskreis der Zürn gehörte. Daher ist die Annahme kaum zu
        

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