- 52 - Schicht, anderseits aber besondere aus der Anlage eines Grabes, dessen Grabhügel mit einem Stein'besatz eingedeckt war. Die Stein- decke lag noch ungestört und zeichnet somit die ursprüngliche Grab- tiefe aib. Die Gräber liegen alle auf ungefähr gleicher Tiefe. Dass es sich an der Stelle um ein Stück Friedhof handelt, nicht um zu- fällige Streugräber, beweisen die für das kleine Flächenausmass doch beträchtliche Zahl der Gräber und deren Gleichartigkeit. Über den Umfang der gesamten hiesigen Bestattmi&anlage lassen sich vorläufig noch keine Vermutungen aufstellen, ebensowenig über eine zeitliche Ausdehnung der Gesamtanlage. Zur Zeit müssen wir uns mit der Feststellung begnügen, dass tatsächlich ein alaman- nischer Friedhof da ist, dass der angeschnittene Teil desselben zeit- lich einheitlich eher einer späteren Stufe angehört und dass wir durch spätere Grabungen oder Gelegenheitsfunde weitere Abklä- rung erhoffen dürfen und so die historische Auswertung weiter- gehende Schlüsse zulässt. Die Leichen Jagen durchwegs auf dem Rücken, gestreckt, mit seitlich anliegenden Armen, wie bei Alainannenbestattungen üblich, aber, was hier besonders auffällt, mit stark aufgestützten Köpfen. Die Skelette sind grundsätzlich West-Ost, genauer NW-SO gelagert und die Friedhofanlage steht etwas erhöht über der Siedlung, die etwa 'im Gebiet um die heutige Kirche zu suchen ist. Auch dies ent- spricht allgemeinem alamannischem Brauch. Für die wissenschaftliche Bearbeitung und besondere für die Zeitbestimmung dienten hauptsächilch die beiden Werke: «Die Alamannen in Württemberg», von Walther Veeck, Berlin- Leipzig 1931. «Das alamannische Gräberfeld von Bulach», von Joachim Werner, Basel 1953. Werner setzt grundsätzlich seine Zeit- bestimmungen um einige Jahrzehnte später an als Veeck. Ob dies aus 'besonderen Gründen nur für den Raum Bulach oder ganz all- gemein geschieht, ist nicht deutlich. In vorsichtiger Mitte zwischen beiden Autoren muss der in Eschen bis jetzt vorliegende Gräber- komplex eher spät alamannisch um die Mitte des 7. Jahrhunderte angesetzt werden, was aber nicht sagen will, dass nicht ältere oder auch jüngere Teile im alten Friedhofgebiet vorhanden sind. Erst, wenn diese Frage geklärt ist, kann über den Zeitpunkt der Absied- lung verlässlicher Schluss gezogen werden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.