— 96 — angenommen worden war;12 aber die Differenzen mit den arg ver- schuldeten Hohenemsern schienen bald das Vertragswerk zu zer- stören.13 Im Jabre 1696'kam es wegen untragbarer Zustände, zufolge der haltlosen Finanzpolitik der Hohenemser und den traurigen Kriegsereignissen zu einem Vergleich, wonach die beiden Landschaf- ten in Zukunft alle Reichs- und Kreislasten übernahmen und von dem durch die Verträge von 1614 und 1688 auferlegten «Schnitz» freigesprochen wurden.14 Seither führten die Untertanen die Reichs- und Kreislasten «unmittelbar selbst an den Kreis ab».13 Nach den alten Schätzungen des unbeweglichen Vermögens wurden die. Reichs- und Kreislasten während der Franzosenkriege verteilt, was Grund zu Ungerechtigkeiten wurde.16 Der Steueranschlag betrug 524 469 fl, einen Drittel trug die untere, zwei Drittel die obere Landschaft. Liechtenstein war durch die Franzosenkriege sehr arm geworden, denn General Massena lag mit mehreren tausend Mann längere Zeit im Fürstentum.17 Überdies war die Jährliche Abgabe an den Kreis und das Reich, die früher nur 600 — 700 fl. ausge- macht hatte, während der ersten Koalitions-Kriege sehr erhöht wor- den.18 Und es ist verständlich, dass der Wegfall der verhassten Römermonate,19 nachdem Liechtenstein Mitglied des Rheinbundes geworden war, mit Erleichterung aufgenommen wurde und die Rückstände in diesen Zahlungen sehr ungern beglichen wurden.20 Ein Überblick über das alte Steuerwesen zeigt, dass die Steuer- gewohnheiten auf unklaren Grundlagen ruhten. Zudem war die 12. Regesten GM., 128. Diese Urkunde widerspricht teilweise dem Vertrag. 13. 1. c, 146 ff.; Welti, 150 ff. 14. 'Regesten GM., 150 f.; KB. 482 f. 15. LRA. AR. Fasz. XVII 18, Bericht Menzingers, 12. Jan. 1807. 16. HK. Wien L 2 —4, Bericht Menzingers, 11. Feh. 1805. 17. KB. 548 ff. 18. HK. Wien L 2 — 4, 1, Bericht Menzingers, 21. Juni 1804; vgl. Landschafts- . rechnnngen, 49 ff. 19. Winkopp, Heft 4—6, 410. Der Ansatz zu einem Römermonat betrug für Liechtenstein 19 fl.; Schröder, 920., Welti, 256, Römermonat ist der für ein einzelnes Kontingent im ganzen erforderliche Monatssold. 20. LRA. AR. Fasz. XVII 18, Bericht Menzingers, 13. Dez. 1806; HK. Wien L 2 — 4, 3, Schreiben des Fürsten an den König von Württemberg, 22. Jan. 1807. Eine grössere Anzahl von Römermonaten musste nachbezahlt werden.
        

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