— 75 — seine Schuld, sondern die der Eltern, die ihre Kinder zu Kälbern erziehen würden. Auf den Vorwurf, er leiste nichts, antwortete er, die dummen Bauern könnten das gar nicht beurteilen, von den Rich- tern selbst könnten die meisten weder lesen noch schreiben, alle sollten das Maul halten, er könne aus Ochsen und Eseln keine Nach- tigallen machen.17 Dem selbstbewussten Kooperator sind die geringen Fortschritte in der Schule nicht allzu strenge anzurechnen, schrieb er doch: «Zu meiner jetzigen Zeit ist vom Berg nur etwan ein oder das andere Kind wegen der Weite des Weges und Rauheit des Wet- ters, teils wegen Abgang der Lehrmittel, teils auch wegen Verfolgung und Verspottung von Seite der hiesigen Kinder in die Schule heran- gekommen.»18 Die Besoldung der Lehrer war keineswegs hoch. In einzelnen Gemeinden bestanden Stiftungen, in Schaan-Vaduz die des Hof- kaplans Karl Negele (gest. 1711) im Betrag von 500 fl.,19 in Triesen die kleine Stiftung des Dominicas Banzer20 und in Schaan die der Barbara Hopp und des Johannes Tressel im Betrag von 300 fl.*1 Im allgemeinen aber unterhielt die Nachbarschaft den Lehrer. So be- kam 1699 der Schulmeister Beringer in Schaan Wohnung, Holz, Ge- meindeanteil und an Geld jährlich 70 fl., ferner: 40 Viertel Weinmost, ein Viertel Schmalz und 30 fl. für das Orgelschlagen. In Vaduz er- hielt ein Lehrer vor 1800 etwa 25 fl. im Jahr und für jedes Kind 15 Kreuzer, während der junge Lehrer Karl Wolf sich mit jährlich zwei Fudern Holz und mit Vertröstungen auf spätere, bessere Be- soldung begnügen musste. Dem Kooperator Pümpel in Triesen be- zahlte jedes Kind 26 Kreuzer und gab etliche Kreuz Schindeln.22 Mit den Schullokalen gab man sich bald zufrieden. Oft genügte ein Zimmer in irgend einem Haus.2'' In den Nachbarschaften wurden 17. Büchel. Triesen, 86. 18. 1. c, Anmerkung. 19. PfA. Schaan 9, Akt zur Stiftung, 1739. 20. Regesten GA., 162. 21 Marxer, Schule, 150. 22. Büchel, Triesen, 86; Büchel, Schaan, 63. LRA. AR. Fasz. XXIII 24, Bericht Menzingers. 23. Marxer, Volksschule. 141. G. Matt, Geschichte der Matt, Zug 1939, IV. Bd.. 91. Im Jahre 1781 ist in einem Urteil von einem Schulhaus in Mauren die Rede.
        

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