- 41 - plünderte die Statthalterei,84 zur gleichen Zeit überquerte, eine dritte Abteilung den Rhein im Rücken der Feste Luzieusteig. Damit fiel die Feste in die Hände der Franzosen. Oudinot griff darauf Feld- kirch an. Die Franzosen wurden aber geworfen: Einen zweiten gross- angelegten Angriff Massenas auf Feldkirch schlugen die Österreicher wiederum blutig zurück.85 Die Herrschaft der Franzosen hatte 1799 volle 18 Tage gedau- ert. Als sie abzogen, folgten ihnen die Kaiserlichen auf dem Fuss. Die Dörfer der Herrschaft Schellenberg hatten alle, ausser Ruggell, schwer gelitten.86 Die neue Besetzung wirkte wenig erleichternd: die Luziensteig sollte unter Hotzes Führung den Franzosen abge- rungen werden. Ein erster Angriff der Österreicher misslang, wäh- rend ein zweiter Sturm, trotz energischer Vorkehrungen Massenas,87 erfolgreich verlief. Damit wurden die Franzosen gezwungen, über Wallenstadt und das Toggenburg nach Zürich zurückzuweichen. Hun- gernde Russen durchzogen das Land und stahlen Lebensmittel, Früchte und Kleider. Im Fürstentum selbst lagen die Kaiserlichen. Um 1800 zogen durch Liechtenstein abermals Armeen, in der Nacht auf den 13. Juli 1800 rückten die Franzosen über den Rhein. Die Österreicher flohen.88 Der Friede von Luneville (9. Febr. 1801) brachte wieder Ruhe. Es war eine unheimliche. Stille, so, wie sie Katastrophen vorangeht. Bald traf ein politischer Entschluss Napo- leons von europäischer Bedeutung auch das Fürstentum und be- stimmte gewaltvoll sein weiteres Schicksal. Die Ohnmacht des deutschen Reiches trat nach 1800 deutlich zutage, sodass die Niederlage Österreichs bei Austerlitz folgenschwer wurde.89 Durch den Frieden von Pressburg (26. Dez. 1805) erlitt Österreich ungeheure Verluste.90 Im Jahre 1805 eigneten sich Bay- 84. Büchel, Bendern, 69 f. 85. KB. 551; P. Stapfer, Der Franzoseneinfall von 1799, Meran 1887; Jos. v. Bitschnau, Darstellung der französischen Kriege von 1796 — 1805, Bregenz 1807. 86. Helbert, 106. 87. Büchel, Triesen 261 f.; KB. 548 ff. 88. Helbert, 111 ff. 89. Bitterauf, 257 ff.; Treitschke, 225 ff. 90. Hantsch II, 279.
        

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