- 40 — liechtensteinische Clirunist Helbert nannte zwar diese Freiheit den französischen «Freiheitsteufel».73 Um 1809 musste Schuppler den fürstlichen Untertanen zurufen: «Ihr seid keine Republikaner . .»'4 Unruhe und Angst überfluteten schon 1794 die Landesgrenzen.75 Aufgelbote Hessen die Einwohner nicht zur Ruhe kommen.76 Die Aufzeichnung der waffenfähigen Mannschaft brachte die Leute in hellen Aufruhr. Den Geschworenen, denen die Aufzeichnung über- tragen worden war, drohte man nachts mit Mord und Brand, und sie schrieben keinen einzigen Mann auf. Schliesslich reisten die Land- ammänner nach Ulm, um sich dort zu entschuldigen.77 Ein neueä Aufgebot an Mannschaft ging nach ihrer Rückkunft ab. Die Unruhe wuchs. Bald fürchtete sich das Oberamt vor seinen eigenen Unter- tanen,78 bald wurden Verteidigungspläne geschmiedet; wie Wechsel- fieber löste kalte Angst heisse Hoffnung ab. Der Landvogt floh vor den heranrückenden Franzosen in die Schweiz.79 Endlich brachte der Friede von Campo Formio (1797) eine Entspannung der Lage. Indessen besetzten die" Franzosen die Schweiz, und im nahen Wer- denberg und Grabs wurden 1798 Freiheitsbäume errichtet.80 In Liechtenstein aber zogen kaiserliche Soldaten ein. Die Verhandlungen der Grossen in Rastatt verliefen ergebnis- los.81 Das Fürstentum geriet im zweiten Koalitionskrieg (1799 — 1802) in das Operationsgebiet der Armeen: Massena rückte in der Nacht vom 5. auf den 6. März 1799 in Trübbach ein;82 am 6. schlu- gen die Franzosen bei Balzers eine Brücke.83 Eine zweite Kolonne französischer Streitkräfte stiess bei Bendern über den Rhein und 73. Helbert, 96. 74. Proklamation, 211. 75. Büchel, Triesen, 87. 76. Helbert, 94 f. 77. 1. c. 95; KB. 540 f. 78. HK. Wien L 2 — 3, 17, Bericht Menzingers, 5. Juni 1796. 79. Helbert, 98. 80. 1. c, 101. 81. Hantsch II, 268 ff. 82. Strickler III, 1312. 83. Büchel, Triesen, 88. Der Chronist Pfarrer Schmidt von Triesen setzte die Uberquerung des Rheines durch die Franzosen falscherweise auf den 7. März fest.
        

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