— 214 — Walserdeutsche Flurnamen Im Jahrbuch 1952 habe icli gezeigt, dass es im Gebiet der Wal- .«ersiedlung Trieseriberg Flurnamen gibt, deren Bedeutung heute nicht.mehr allgemein verstanden wird, die «ich aber aus Parallelen mit gleichen Namen in andern Walsersiedlungen, wo ihr Sinn noch lebendig ist, erklären lassen. Im Folgenden soll nun noch einmal von solchen walserdeutschen Flurnamen in unserm Gebiet die Rede sein. Ein « B ü d e m i » haben wir im Weiler Lavadina, und auf der Alpe Sücka gibt es ein « S ii c k a b ii d e m i ». Es ist immer eine kleine Ebene am Hang, also ein «Bödeli», wie man heute wohl sagen würde. Die hübsche Art der Verkleinerungsformen mit -i, -ti, und -elti in Flurnamen wie «Hüschi» (kleines Haus), «Gruobi», «Alpelti», «Töbelti», «Mattelti» und «Tschuggelti» (kleiner Fels) finden wir in allen Walserorten und auch in Triesenberg. Oberhalb von Gnalp liegt die Flur « B ü n d a ». Das Wort be- deutet das Gleiche wie das in unsern Talgemeinden viel gebräuch- liche «Bündt». «Als «Büüne(n)» erfasst etwa der Walliser die be- sten Acker und Wiesen rings um sein Dorf, meist ebene, umfrie- dete Landstücke, die anderswo auch «Bünt», «Pünten» heissen . . . und in vielen Flurnamen erscheinen (Paul Zinsli, Grund und Grat). Mit Zaun oder Einfriedung hängt jedenfalls auch die Flurbe- zeichnung « S p e n n i » (bei der-) zusammen, die wir in Triesenberg im Weiler Lavadina haben. «Spennen» heisst hier soviel wie ein- -frieden, umzäunen, aber auch aufhalten, (wie dies bei einem alten Hochzeitsbrauch, beim «Spennen», der Fall ist). Vom Kulm nach Silum führt heute ein schönes Weglein. Diese «Höhenpromenade», mit prächtiger Aussicht ins Rheintal, führt durch ein steiles, früher unwegsames Gebiet, in der Karte mit «Krank» bezeichnet, aber als «Chranch» oder « G r a n g g » gesprochen. Nach P. Zinsli (Grund und Grat) ist «Grangg» ein stei- ler, unfruchtbarer Abhang. Das Schweizerische Idiotikon verweist auf den Zusammenhang mit Rang, Range, Rank «Berghalde». In
        

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