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211 —r Kurzberichte Der Flurname „Riet" lässt nicht in jedem Falle auf nassen Boden schliessn Man sagl, tlass jeder alten Sage, auch wenn diese noch so un- glaublich erscheint, doch ein wahrer Kern zugrunde liege. Was nun von diesen alten Überlieferungen behauptet wird, das gilt in noch grösserem Masse von unseren Flurnamen. Ich will damit sagen, dass der Flurname, der z. B. etwas über die Bewirtschaftung oder über den Besitzer oder über die Uberfoauung der Flur oder über irgend etwas anderes Aussagen macht, ernst genommen werden kann. Dies gilt vor allem auch dann, wenn die Flurbezeichnung die Beschaffen- heit des Bodens ausdrückt, wie das etwa im Flurnamen «Lett» in Vaduz der Fall ist, wo wirklich lettiger, schwerer Boden vorhanden ist, oder im «Sand» in Trieaen, ein Gebiet, das aus ganz leichtem sandigem Grund besteht. Die «Turhenteile» finden wir ausschliess- lich in moorigem Gelände und die Steinegerta in Schaan ist wirklich sehr steinig und humusarm. Diese treffenden Beispiele Hessen sich dutzendweise anführen. Eine der bei uns am meisten gebrauchten Flurbezeichnuiigen. ist sicherlich «Riet» oder «Ried». Der Ausdruck «Riet» ruft in uns sofort und ganz zwangsläufig die Vorstellung von nassem oder ehe- mals nassem Gebiet hervor. Unsere ganze heute so fruchtbare Rhein- ebene ist angeschwemmtes Land, auf dem sich vor Jahrtausenden grosse Moore bildeten. Jede Gemeinde des Fürstentums nennt eines oder mehrere Rieter — meistens sehr ausgedehnte Flächen — ihr eigen. Gerade weil sie so häufig vorkommen, haben sie noch eine nähere Bezeichnung, wie etwa Weidriet, altes Ried, Grossriet, Kleinried, dann Schaanerried, Maurerried usw. Sie alle haben das eine gemeinsam, nämlich dass sie einen schlechten Wasserabfluss
        

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