— 209 — Prähistorische Funde bei der Burgruine Alt-Schelienberg von David Beck Im Herbst 1953 übergab unser Mitglied, Herr Josef Brendle in Schellenberg Nr. 15 dem Historischen Verein eine Anzahl Scherben, die er am nördlichen, gegen Ruggell zu gelegenen, Abhang des Burg- hügels der Ruine Alt-Schellenberg gefunden hatte. Der Bericht- erstatter hat dann die Fundstelle zweimal mit Herrn Brendle abge- sucht und «ich selber überzeugen können, das« an dieser Stelle ober- flächlich prähistorische und mittelalterliche Keramikreste, aber auch Steingeräte, besonders Pfeilspitzen, Messer, Schaber und Stichel und besonders viele Absplisse aufgelesen werden können. Unter den von Herrn Brendle unterdessen weiter gesammelten und abgege- benen Funden befinden sich Keramikreste verschiedener Perioden. Dabei sind einige kleine Scherben, die ihrer Verzierung und dem Ton nach, sicher zur Rössener Kultur gehören; sie ähneln sehr den Scherben, wie wir sie auf dem Borscht in der Rössener Schicht ge- funden haben, auch eine Anzahl steilretuschierter Silexgeräte haben ihre Parallelen auf dem Borscht. Auffallend ist es auch, dass be- sonders viele, Absplisse von Bergkristall gefunden wurden. Unter den gefundenen Silexgeräten sind sechs Pfeilspibzen, die meisten mit leicht eingezogener Basis, eine grössere Anzahl von Feuer- steinmessern, Schaber — dabei zwei schöne Stirnschaber — und Stichel. Unter den geschliffenen Werkzeugen befinden sich vier kleine zierliche Beilchen aus Grünstein, ferner wurden einige an- geschliffene und angesägte Serpentinstücke gefunden. An Bronzen liegt bis jetzt nur ein strichverziertes Blech vor. Es ist offensichtlich, dass wir hier ähnliche Verhältnisse haben, I wie auf dem Burghügel von Gutenberg. Beim Burgbau wurden im Mittelalter, zum Zweck der Planierung und der Fundamentierung, alte Kulturschichten mit den Siedlungsresten über den Abhang hin- unter befördert. Die Scherben, die offenbar lange oberflächlich da- 1 5
        

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