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verziert, oben ist er gelocht zur Aufnahme von Ko- rallenschmuck. Die Korallen fehlen. Durch die Löcher sieht man den Tonkern im Innern des Bügels. Die Nadelrast hat keinen Scblussknopf, was auf eine ältere Form hindeutet. Die Niete am Kopf scheint eine Flickstelle zu sein. Diese Art van Fibel ist spät- ballstättisch (Hallstatt C öd; D). Die Heimat der. Sanguisugafibeln liegt südwärts der Alpen. Die bei Viollier1 abgebildeten Fibeln ähn- licher 
Art Stämmen alle aus Italien oder aus dem Tessin. Auf Abb. 8 sind aber noch einige interessante Zeugen früher (neolithischer) Besiedlung des Malanser zu sehen; 
links oben der untere -Teil einer Lochaxt, gefunden zusammen mit der Pfeilspitze aus weissem Hornstein (unten Mitte links), in Feld 1 zwischen m 12 und m 13 ganz unten auf dem Löss. In Feld 3, auch ganz tief, unter der schwarzen Kutlurschicht, fanden wir ebenfalls den unteren Teil einer gelochten Arbeitsaxt. (AM). 8, 
Mitte oben). Das obere Stück (der Nacken) wurde schon 1946 in Schnitt 3 gefunden. Die ganze Länge der Axt beträgt 9,6 cm, der Durchmesser des Bohrloches 21 mm. Arbeitsäxte dieser Art gehören zum Inventar der Bandke- ramik, also zum Donauländischen Kulturkreis. Von diesen hat sie die Rössener Kultur übernommen und nur durch diese können Stücke dieser Art in unsere Gegend gekommen sein. Keramik, die dies bestätigen würde, haben wir bis jetzt aüf dem Malanser noch nicht gefunden. Hild fand allerdings 1935 auf dem Borscht eben- falls zwei Fragmente von Lochäxten (vergl. Jb. 1935) und wies schon damals darauf hin, dass sie dem 'bandkeramischen Formenkreis zu- gehören. Unterdessen haben wir ja auf dem Borscht in späteren Grabungen auch die Rössener Kultur nachgewiesen. Im tiefsten Teil von Schnitt 7 fanden wir übrigens noch etwas Neues für unser Gebiet, nämlich einen Schuhleistenkeil, (Abb. 8 oben rechts) ein Arbeitsgerät der Jungsteinzeit, so genannt nach seiner Form. Das Ende ist abgebrochen jedoch ist das Stück jetzt, noch 10 cm lang. Auch die Schuhleistenkeile sind Lekformen der bandkeramischen Kultur und des Rössener Kreises. Ein ausgezeichnet schönes Stück stellt die Pfeilspitze aus Berg- kristall dar (Abb. 8, unten, Mitte, u. Abb. S. 206). Sie ist genau 4 cm 1 David Viollier, Etüde sur les fibules de 1'äge du fer, trouvees en Suisse, in An- zeiger f. Schweiz. Altertumskunde, Neue Folge IX. Band 1907, Heft 1.
        

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