— 167 — bürg mit rler Regierung von Bayern, sondern der geheime grossher- zoglich badische Rat Sensburg übernahm die Geschäfte Grollenburgs, ohne deswegen in direkten Dienst des Fürsten von Liechtenstein zu treten, da Sensburg das «bloss aus Gefälligkeit» tat.65 Freiherr Schmitz von Grollenburg war von Stein zum provisorischen Verwal- ter eines Departementes ernannt worden und zog nach Luxemburg.66 Das veranlasste den Gesandten, den Fürsten um Beurlaubung zu bit- ten und den rechnenden Hofkanzlisten kam dieser Schritt wie ge- wünscht, um sich des teuren Gesandten höflich zu entledigen, der «für itzt und in Zukunft entbehrlich» gehalten wurde.67 Schupplers beschwörende Worte an seine Vorgesetzten und seine Bittgesuche, das Kontingent nicht stellen zu müssen, brachten keine Erleichterung. Die vorjährige Konvention mit Baden wurde wieder in Kraft gesetzt.68 Badische Offiziere kamen. Das Kontin- gent wurde erneut aufgestellt, und mit einiger Verspätung verliess die Mannschaft die Heimat. Der Landvogt lehnte konsequent jede Lieferung vor: Lebens- mitteln ab. Selbst eine Exekution hätte ihn nicht umstimmen kön- nen. E6 schien ihm einfach unmöglich, auch nur die geringste Men- ge von Naturalien vom Volk zu verlangen.69 Die fürstliche Majorats- kasse übernahm die Bezahlung der zu liefernden Lebensmittel und begnügte sich mit der angewässerten Hoffnung, dass diese Auslagen einmal wieder aus den leeren Kassen der Untertanen geschöpft wer- den könnten.'0 Die Lieferungen an die Alliierten überstiegen dieje- nigen an Napoleon um mehr als das Doppelte. Der kurze Krieg von 1813 hatte Liechtenstein 20 000 fl. gekostet.71Ende Juli 1815 be- trugen die Ausgaben der fürstlichen Kasse für Lieferungen au die Alliierten 14 358 fl. 34 kr.72 65. I. c, 80/pol., Hofkanzlei an Schuppler, 1. Mai 1815. 66. 1. c Grollenburg an die Hofkanzlei, 4. April 1815. 67. 1. c, Hofkanzlei an Grollenburg, 26. April 1815. 68. 1. c, 80/pol., Hofkanzlei an Schuppler, 1. Mai 1815. 69. 1. c, 83/pol., Bericht Schupplers, 24. Mai 1815. 70. I. c., 101/pol.. Hofkanzlei an Schuppler, 7. Juni 1815. 71. 1. c, 66/pol., Bericht Schupplers, 17. April 1815. 72. 1. c, 164/pol., Akt., 21. Juni 1815.
        

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