— 149 — schwäbischen Kreis besass, die ganze Aussenpolitik des Fürstentums um 1800 dar. Als aber Liechtenstein mit dem Geschick des Rhein- bundes verkettet wurde, gaben eine Reihe von Verträgen dem klei- nen Lande Verpflichtungen, wie ihm solche zuvor nie bekannt waren. Die Staaten des Rheinbundes hatten sich verpflichtet, im Kriegsfall Napoleon ein ihrer Einwohnerzahl proportionales Trup- penkontingent zu stellen.16 Es sollte nicht lange dauern, bis Napo- leon diese Truppen brauchte und verbrauchte.17 Im Jahre 1806 be- gann ein neuer Akt im blutigen Drama: Preussen, das durch die dritte Teilung Polens seine Ländergier auf das vorteilhafteste zu sättigen gesucht hatte und deshalb 1795 in kurzsichtiger Weise durch den Sonderfrieden von Basel aus der Koalition ausgeschie- den war, sah sich nun gezwungen, Napoleon den Krieg zu erklären. Die Doppelschlaoht von Jena und Auerstädt (14. ökt. 1806) genügte, um Preussen niederzuringen. In diese weltpolitische Lage ist der Militärvertrag zu stellen, den, das souveräne Liechtenstein mit Nas- sau schloss. Napoleon konnte nicht warten, bis jedes der kleinen Fürsten- tümer des Rheinbundes die vorgeschriebene Zahl von Truppen zur Unterwerfung Preussens aufgeboten hatte. Es kam deshalb, wie das schon in den Rheinbundakten vorgesehen war,18 am 12. Oktober 180619 zwischen mehreren kleinen deutschen iFürstentümern einer- seits und dem herzoglichen Hause Nassau anderseits ein Vertrag zustande, danach' Nassau gegen Bezahlung die Stellung der gefor- derten Truppen übernabm. Für Liechtenstein erwuchsen daraus folgende Verpflichtungen: Das Fürstentum musste für ein Truppen- kontingent von 40 Mann aufkommen.20 Nassau übernahm die Stel- lung der Truppen, die Rekrutierung, die militärische Organisation usw. gegen die jährliche Pauschalsumme von 5829 fl. 18 kr:21 dazu kam für Ausrüstung und Bewaffnung die einmalige Rechnung von 16. Altmann, 8. 17. Vgl. Schnabel 1, 147, 369 f. 18. Altmann, 8. 19. LRA. SR. Fasz. C 1, Kopie des Vertrages, 17. Okt. 1806". 20. 1. c, Hofkanzlei an das Oberamt, 21. Okt. 1806. Vgl. Art. I des Vertrages. 21. Art. III und IV. 1 0 *
        

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