— 138 — eignisse sind nur ein Beweis dafür."'" Das tolle Treiben der Auf- ständischen in Vorarlberg"'1 musste den Unzufriedenen in Liechten- stein Mut gemacht haben. Für den Landvogt aber war die Sache Österreichs verloren. Dementsprechend fiel dann die Antwort des Oberamtes an den Generalkommissär in Vorarlberg aus. Sehuppler vertrat gegen Dr. Schreiber den Grundsalz, das? das Fürstentum Liechtenstein als Rheinbundstaat den eingegangenen Verträgen nachleben müsse. Dem Fürsten wäre es äusserst unan- genehm, wenn er erfahren würde, dass das Land ohne sein Wissen einen Entschluss gefasst hätte, der «den eingegangenen Verpflich- tungen schnurstracks entgegenstünde». Der Ausgang des riesigen Ringens sei zu ungewiss. Der Beitrag des Fürstentums wäre so un- bedeutend, dass durch ihn das Ende in keiner Weise beeinflusst wer- den könnte. Der Landvogt lehnte sämtliche Vorschläge des General- kommissärs ab.'2 In donnernden Aufrufen mahnte darauf der fürstliche Beamte die Untertanen, die Hände vom gefährlichen Spiel zu lassen. Wer sich Dr. Schreiber anschlösse, sei ein Verräter. «Nur Ruhe kann euer Schicksal sichern. Seid standhaft und lasst euch durch keine Lockung verleiten.»''3 Für den Augenblick konnte Liechtenstein vom Aufstand ferngehalten werden. Indessen hatte sich in Vaduz ein sonderbares Ereignis abge- spielt. Am 23. Juni 1809 verlangte der «Landesscbützenhauptmanh Hänsle» aus Vorarlberg vom Landvogt zwei alte, auf dem Scbloss Vaduz befindliche Kanonen. Die Vorarlberger hatten Mangel an Geschützen. '4 Auf eindringliches Zureden des Landvogtes hin schien der Hauptmann von seinen Forderungen abzusehen. Um so mehr war aber Schuppler überrascht, als er benachrichtigt wurde, dass von den Österreichern Rosse und Wagen beschlagnahmt würden, um die zwei Kanonen, sowie fünf verrostete Doppelhakenbüchsen .">0. Helbert, 129 ff. 51. Hirn. 21f> ff. 52. LRA. 
SR. FÜSZ. L3. 319/pol.. Antwort des Landvogtes an Dr. Schreiber. 28. Juni 1809. 53. 1. r.. ad 319/pol., Aufruf an die Gemeinden des Fürstentums, 29. Juni 1809. 5-1. Vgl. Hirn, 234; zum Waffenmangel in Österreich: Krones, 128, Anmerkung.
        

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