Gerne wird betont, dass die allen Gewohnheitsrechte zu Ende des 18. Jahrh. im argen lagen."'1 ohne mit dieser Feststellung eine erschöpfende Erklärung jenes Zustande? zu gegeben. Die Landammaniiverfassung um 1800 war das Kesullat einer langen Entwicklung,l(U innerhalb der sich das alte Gewohnheitsrecht tiefgehende Umgestaltung gefallen lassen musste. Mit gewaltiger Dynamik traten zu Anfang des 19. Jahrhunderts neue Ideen auf und damit all die Forderungen nach geschriebenen Gesetzen, nach Zen- tralisation, nach Beamten und Formularen. Die Systeme, die sich in Liechtenstein gegenüberstanden, waren abgeschlossen: Die alte Verfassung in der Entwicklung, der Spätabsolutismus in der Theo- rie. Eine Assimilation der neuen Anschauungen durch die alte Ver- fassung war aus verschiedenen Gründen unmöglich. Das staatliche Bewusstsein hatte sich zur Zeit der französischen Revolution in der ganzen existeuziellen Tiefe geändert, und wenn die Unvereinbarkeit der alten Anschauungen mit den neuen Ideen als Misstand gewerlet werden darf — was zu Unrecht meist geschieht — so gab es in Liechtenstein viele Misstände. Aber ein Unvermögen ist noch kein Misstand: es kann höchstens Ursache dazu werden, was oft mit in- nerer Notwendigkeit geschieht. Die absolutistischen Gründlagen des neuen Staates bedingten logischerweise die Zentralisation des Rechtes, der Staatsgewalt und der Verwaltung. Fast jedes der behandelten Gesetze zeigt diese Tendenz, die sich bei der Kleinräumigkeit des Fürstentums und unter dem Einfluss ähnlicher Ideen in Österreich wie in der Schweiz zur Zeit der Helvetik noch verstärkte. Ferner bedeutet Zentralisa- tion Triumph des Rationalismus, der seinerseits den Verlust irrationaler, ethisch-sittlicher Werte bedingt: So konnten die durch die Jahrhunderte geheiligten Bräuche mit Berufung auf die Nütz- lichkeit verworfen werden. Eine tiefgehende Änderung brachte die neue Ordnung im Staatshaushalt. Die nunmehrige Verwaltung war 161. Vjrl. In der Maur. Johann, 170 ff. I6">. Die Marksteine dieser Entwicklung in neuerer Zeit sind: Der Kauf der beiden Landschaften durch das Fürstenhaus (Kaufbrief Sch, Kaufbrief V.); ferner die Frliclniiijr zum unmitlclbaren fteiclisfiirstcntum (Palatinats- dijiluinl Mini die Lanilaniiiiaiiiiverfassuiig von 1733.
        

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