— 265 — Aschariner Alp gibt es eine Stelle «ufm färrich» und im Rücditäli in Davos-Sertig einen gemauerten «färrich». Tristel. Diesen Flurnamen finden wir dreimal auf dein Ge- biet der Gemeinde Triesenberg. In Flur XVI heisst ein Weiler mit vier Häusern «Tristel». Bis vor etwa hundert Jahren standen dort aher noch keine Wohnstätten. Ein anderes Tristel haben wir ober- halb Gnalp, in Flur VIII ; hier sind Magerwiesen. Der unterste Teil der Alpe Bargella, auf der Rheintalseite, oberhalb Gaflei, heisst ebenfalls Tristel. Dieses Gebiet erstreckt sich auch noch auf die obersten Magerwiesen unterhalb des Alpzauns (Flur XII). «Triste(n)» heisst oder hiess früher im Alpengebiet der Heu- schober, oder der Stroh- oder Streuehaufen. Ein ebenes Plätzchen am «stotzigen» Berghang, wo man das Heu aufschichten, also eine «Triste(n)» errichten kann, heisst «Tristel». In einem Aufsatz «Wal- serspuren», in der Zeitschrift des SAC, Die Alpen (1941, Hefte 1 — 3) schreibt M. Szadrowsky u. a. auch über «Tristel» : «Das Wort ist eine Zusammensetzung aus Trist (Heuhaufe) und Stall (Stelle, Platz, Hütte, Stall) und schon im Mittelhochdeutschen nachzuweisen : «dristal». Nach dem Schweizerischen Idiotikon, Bd. 10, 37 f., kommt es in der Schweiz auch noch als Appellativum vor : es bezeichnet im Wallis und im Berner Oberland (also in der Heimat der deutschen Walliser) einen ebenen Platz zur Errichtung eines Heustockes .... ». Der Ausdruck Triste(n) für Heuschober ist heute in unserm Land nur noch in Balzers gebräuchlich, der Einfluss der bündne- rischen Nachbarschaft dürfte da wirksam geblieben sein. In Trie- senberg kennt man das Wort nicht mehr, dafür sagt man «Schober» (in Triesen, Vaduz und Schaan «Schocha»). Der Flurname «Tristel» ist jedoch in Triesenberg lebendig geblieben, wird aber gewöhnlich «Trischl» ausgesprochen. Tristel ist für Triesenberg auch urkundlich belegt, 1460 war ein Gut «Tristel» in Triesenberg Eigentum eines Jakob Hypper (J. B. Büchel, Geschichte der Pfarrei Triesen, Jahrb. 2, S. 169). Der Name Tristel wird oft auch auf kegelförmige, heuhaufen- ähnlfche Erhebungen übertragen. Dies könnte möglicherweise bei unserm Tristel in Flur XVI der Fall gewesen sein. Das «Tristelbord» oder der «Tristelbüfiel» hat die Form eines abgestumpften Kegels.
        

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