— 236 — Die einzelnen Teile verlangen hier noch eine eingehendere Behandlung, um richtig erfasst werden zu können. Hauptteil ist die Tafel 70/90 cm in neuzeitlichem, wertlosem Nussbaumrahmen. Ober- und unterseits ist die Tafel mit grober Säge beschnitten, seitlich mit Beil oder Zugmesser zurecht gestutzt, als ob man sie in den Rahmen hätte einpassen wollen. Wahrschein- licher aber ist, dass man durch das Zustutzen die schadhaften Bild- ränder beseitigen wollte und der Rahmen für das zugestutzte Bild gefertigt wurde. Ans letzterem Umstand würde sich erklären, warum die schmalen Bruchteile nicht unter einem abgesägt wurden, wenig- stens bis zur offenen Brettfuge hin, wo die Teile auseinander fallen mussten. Diese Brettfuge geht von oben der Länge nach weit in die Tafel herab und das Holz ist der Fuge entlang von Wurmlöchern bis zum Zerfall durchsetzt. Diese Feststellung macht uns verständ- lich dass wir zu zwei querläufigen einen hochstehenden Abschnitt haben. Wir haben uns folgenden Vorgang zu denken. Zuerst sägte man oberhalb der Brückenszene quer durch, um den schadhaften oberen Rand zu entfernen. Dies befriedigte nicht, weil einerseits das schadhafte Holz und besonders die erwähnte Fuge damit nicht zur Genüge beseitigt waren und anderseits die Darstellung oben gedrückt erschien. Der zweite Schnitt wurde unterhalb der Brük- kenszene durchgeführt, — es finden sich für diesen Schnitt noch Bleistiftrisse auf dem hochstehenden Bruchstück vor. Durch diesen Schnitt wurde die stürzende Figur über der Hauptmasse des Bildes alleinstehend und unverständlich. Also schnitt man auch diese mit einem dritten Schnitt weg und erzielte eine einheitliche Bildersohei- nung, wie sie heute vorliegt. Der Wegfall oben an der Tafel betrug wenigstens 50 cm. Massgebend war auch bei diesem Vorgang nur die Seite mit der Darstellung der Marter, auf die Seite mit der Geisse- lung, weil so schlecht erhalten, nahm man keine Rücksicht. So schnitt man beispielsweise beim zweiten Schnitt dem Schergen, beim dritten Schnitt sogar der Christusfigur mitten durchs Gesicht. Unterseits und seitlich hat man scheinbar nur das verdorbene Holz wegschaffen wollen und zwar nur soviel als eben nötig, wie ein seit- lich schräger Anschnitt unten andeutet. Abfallreste, auf denen nichts mehr «drauf war», wurden weggeworfen, Abschnitte, auf denen immerhin noch unterhaltliche Darstellungen zu sehen waren,
        

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