— 232 - ist keinesfalls anzunehmen, da«« der Altar in der Zeit nach der Ein- weihung 'bis zum Protokoll erstellt worden wäre. Die Darstellung und die stilistischen Eigenheiten der Ausführung «teilen die Tafel zudem für die Zeit der Weihe fest, auf keinen Fall kann sie aus die- sen Gründen 'beträchtlich später entstanden sein. Der Visitationsbericht beinhaltet für den Altar folgende Anga- ben: «Altare majus veteri in anchona in seulptis deauratis imagrni- bus Bmam Virginem cum s. Gallo exhibet, in alis martirium 40™ depictum est». (Auezug des bischöfl. Archivars aus dem Originalpro- tokoll). Verdeutscht: der Hochaltar zeigt in altem Altarschrein die vergoldeten Statuen der seligsten Jungfrau und des hl. Gallus, auf den Flügeln steht als Malerei das Martyrium der 40 Märtyrer. Daraus ergibt sich : das« damals 'beide Flügel noch am Altar vorhanden waren, — das Protokoll spricht von der Mehrzahl, — dass auf bei- den Flügeln das Martyrium der 40 Märtyrer dargestellt war und dass, weil von der Rückseite nichts erwähnt wird, diese Darstel- lungen der Rückseite schon soweit entstellt waren, dass sie nicht mehr erwähnenswert schienen. Es ist sogar wahrscheinlich, wie später ersichtlich sein wird, dass die 'beiden Flügel am Altar schon gedreht d. h. die Rückseite nach vorn gekehrt angesetzt standen. Wir können das begreiflich finden, denn sie standen immerhin schon beinahe 200 Jahre dort. Erwähnt muss werden, dass dem Verfasser des Protokolls der Inhalt der Darstellung schon nicht mehr geläufig war. Wie schon Pösohel ausführt, ist die Inhaltsan- gabe dahin richtig zu stellen, dass auf den Flügeln nicht die Marter der 40. sondern der 10 000 dargestellt sein will. Die geschichtliche Überlieferung der Tafel ist damit ohne Um- wege klar und verbürgt. Wir haben damit einen Überrest des 1455 geweihten Altars der alten Pfarrkirche von Triesen. Nach dem Namen des Künstlers, der das Bild gemalt, werden wir vorläufig vergeblich fragen. Vielleicht führt einmal ein glück- licher Zufall durch Vergleich mit andern Werken auf die Spur. Vorläufig wird man sagen dürfen, die Tafel sei das Werk eines unbekannten, süddeutschen Meisters, der damit in starker Weise die zeitgemässe Kustbestrehung mit ihrem neuen Zug zum Realis- mus und auch ein beträchtliches eigenes Künstlertum zum Ausdruck bringt. Verglichen mit zeitgenössischen Werken landläufiger Kunst
        

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