I>er Triesncr Altarflügel von 1455 von H. H. Kanonikus Anton Frommelt Der Triesner Altarflügcl von 1455 ist die älteste im Landes- gebiet erhaltene Altarmalerei. wenn nicht möglicherweise die kleine .Wolfgangtafel ebenfalls aus Triesen auch als einfaches Altarbild- chen betrachtet werden muss. (Paschel, Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, S. 110—114 und S. 137/8). Wir besit- zen in ihm eines der bemerkenswertesten kirchlichen Altertümer, und ich möchte versuchen, ihn den Lesern des Jahrbuches in seinem ursprünglichen Zustand vorzuzeigen. Die Überreste dieses Altarflügels wurden 1951 aus dem Nach- lass nach Prof. F. Nigg vom Land in Rücksicht auf deren kultur- geschichtlichen Wert um 5000 Franken übernommen und 'der Samm- lung des historischen Vereins anvertraut. Prof. Nigg erzählte mir wenige Jahre vor seinem Tod : die Mutter habe ihm, als er noch jung war und kein eigen Geld besaas, die Tafel in Triesen gekauft : er habe ein besonderes Interesse für die ungewöhnliche Darstellung gehabt und deshalb wiederholt um das Bild gebettelt. Ob nun das Bild direkt von derKircbe — möglicherweise hing es im Pfarrhaus — «nler von privater, Seite gekauft und was dafür bezahlt wurde, ist nioIit bekannt. Da die Mutter Nigg 1894 gestorben, ist die Tafel also jedenfalls über 50 Jahre im Besitz von Prof. Nigg gewesen und war von ihm hoch in Ehren gehalten. Anklänge an diese Darstellung finden sich wiederholt in seiner eignen Arbeit. Die zeitliche Ansetzung der Tafel auf 1455 ist gegeben durch den Umstand, ilass in diesem Jahr die alte Pfarrkirche in Triesen geweiht worden. (Büchel, Jahrb. des Histor. Verein« 1902, S. 51/2). Wie aus . der folgenden Beschreibung ersichtlich, muss es sich um einen Flügel des damaligen Hauptaltars handeln, weil die Masse für einen Seitenaltar in dieser Kirche nicht unterzubringen wären. Die Zugehörigkeit der Tafel zum Altar ist überdies unzweideutig durcli das bischöfliche Visitationsprotokoll von 1639/40 beurkundet. Es
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.