— 220 — Das Absatzgebiet Her genannten Flyschmassen bildete ein Meerestrog, der im Norden durch ein Schwellengebiet vom hoeh- belvetischen Faziesbereich, im Süden durch eine andere Schwelle (Prätigau-Nordschwelle von P. N ä n n y) vom Trog der Prätigau- schiefer abgetrennt wurde. Die genannten liechtensteinischen Flysch- bildungen stellen deshalb Absätze der hochhelvetisch-penninisohen Übergangszone dar. Ob der Sedimentationsbereich des Triesner- und Vaduzerflysches unmittelbar südlich an denjenigen des Vorarl- bergerflysches anschloss, können wir nicht entcheiden. Die stratigra- phischen, wie auch die tektonischen Befunde berechtigen zur Ein- ordnung der besagten Flyschkomplexe in den unterostalpinen Sedi- mentationsbereioh nicht und stehen so im Widerspruch mit den Auf- fassungen von M. R i c h t e r, A. Custodis und P. Schmidt- Thome. Die Auffassung von E. Kraus, die südliche Vorarlberger Flyschzone bestehe zwischen Oberstdorf (Allgäu) und dem Rheintal aus zwei selbständigen Flyschdecken (Sigiswanger-Decke, «Oberst- dorfer-Decke»), konnte widerlegt werden. Auch die von diesem Autor gemachten Altersangaben über die verschiedenen Flyschab- schnitte erwiesen sich an den meisten Stellen als irrtümlich und entbebren einer zuverlässigen palaeontologischen Beweisführung. 3. Die Quetschzone Fast durchgehend konnten an der Basis der oberostalpinen Schubmasse (Drei Schwestern-Scholle) ortsfremde, unter dem Schlit- ten der Lechtal-Decke passiv verfrachtete Gesteine festgestellt wer- den. Es handelt sich zum grössten Teil um Anteile der Aroser Schuppenzone. Dass sich diese Quetschzone zum Teil auch au« Ge- steinen anderer Herkunft (Mittel- und Oberostalpin) zusammen- setze, kann bloss vermutet werden. Neben einer unteren Quetschzone an der Basis des Oberostal- pins konnte auch noch eine höhere, weniger mächtige und minder reichhaltige Quetschzone an der Basis einer höheren Schuppe der Lechtal-Decke nachgewiesen werden.
        

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