— 191 — Interpretation der feststellbaren tektonischen Strukturen schien uns die wahrscheinlichste und zu keinem Feldbefund im Widerspruch stehend. Wir haben konstatiert, dass sich die Obergrenze des Fly- sches infolge axialen Ahtauchens gegen das Rheintal zu vom Fra- stanzersand gegen Schaan stark absenkt. Während der Flysch im Frastanzersamdgebiet durch seine dort viel grössere Mächtigkeit einen Bremsklotz gegenüber von Osten oder von Süden angescho- benen Massen darstellte, blieb der Raum im Westen mehr oder we- niger offen. In diese Widerstandsliicke hinein brandeten nun in er- ster Linie die vorrückenden Teile der Lechtal-Decke. Mehrere Schuppen (Ii — I:) stopften dieses Loch aus, sodass auf diese Weise- eine gewisse Nivellierung des Reliefs erreicht wurde. Schliesslich legte sich in einer späteren Schubphase Schuppe Ii (exklusive Hauptdolomit) über diese nivellierte Oberfläche. Während die Obergrenze des Flysches auf eine seitliche Distanz (d. h. in der Streichrichtung) von 4Vä km (Saroja bis Krüppel) ein Gefälle von 800 m aufweist, fällt die Intersektion der Basis von Schuppe 14 der Lechtal-Decke auf die gleiche Distanz um bloss 300 m ab. In einer letzten Schuhphase ist dann die mächtige Hauptdolomitkappe den tieferen Schichtgliedern der Schuppe Ii noch überschoben worden. Die Anpassung der Lechtal-Decke an die Oberfläche der Flysch- unterlage geht auch aus der Streichrichtung der ostalpincn Schich- ten hervor. Im Frastanzersandgebiet (Sarojasattel bis Drei Schwe- ste.rnkopf geht das generelle Streichen im Ostalpin mehr oder weni- ger parallel mit demjenigen der Dachfläche des Vorarlbergerflysches, nämlich ungefähr W — E. Im Gebiet zwischen Mockawald und Gel- ber Stein hingegen dreht die Streichrichtung der ostalpincn Schich- ten auf N — S bei östlichem Fallen um. Im Verbreitungsgebiet des weniger mächtigen Vaduzerflysches wurde die Lage des von Osten her in diesen Abschnitt geschobenen Ostalpins durch die Flysch- unterlage nicht deutlich beeinflusst. Im Gegenteil sind die obersten Teile des Vaduzerflysches durch die Schuppen der Lechtal-Decke gestört und teilweise zwischen diese eingeschleppt worden.
        

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