— 148 — bezw. dem Flysch in Einsiedlerfazies (westlich des Rheins) auf- geschoben ist. Die Liebensteiner-Decke selbst kann, wie dies heute von den meisten Autoren angenommen wird, als Aequiva- lent des Hochhelvetikums der Ostsohweiz angesehen werden (grosse fazielle Analogien ; gleiche tektonische Lage). 2. Eine unterostalpine Stellung der Sigiswanger-Decke, wie sie von Richter, Custodis und Schmidt-Thome angenom- men wird, kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Es bestehen grosse Faziesdivergenzen zwischen der Oberkreide der unterostalpinen Schichtreihe und der Schichtreihe der Sigiswan- ger-Deoke. Der Couches rouges-Fazies des unteren Teils der Oberkreide, wie wir sie in der Falknis- und Sulzfluh-Decke an- treffen, steht die vollkommen abweichende, klastische Fazies des cenomanen bis turonen Sandsteins der Sigiswanger-Decke und der turonen Kieselkalke des Vaduzerflysches gegenüber. Auch die senonen Bildungen der Falknis- und Sulzfluh-Decke (ebenfalls Couches rouges-Fazies) und der Sigiswanger-Deoke, resp. des Vaduzerflysches weichen in ihrer Ausbildung beträcht- lich voneinander ab. Auch die tektonischen Verhältnisse sprechen gegen eine unterostalpine Stellung des Vorarlberger-, bezw. Vaduzer- und Triesnerflysches. Die Gründe für die Annahme einer nördlich- eren Lage der liechtensteinischen Flyschkomplexe gegenüber den Prätigauschiefern schon vor der Gebirgsbildung haben wir auf S. 123 dargelegt. 3. Die Serien der Sigiswanger-Decke weisen im nördlichen Liech- tenstein fazielle Ähnlichkeit mit den oberkretazischen Serien der Prätigauschiefer auf. Weder an den hochhelvetischen Ein- siedlerfiysch, bezw. an die Liebensteiner-Decke, noch an die unterostalpine Oberkreide bestehen so grosse fazielle Anklänge, wie an die nördlichen Prätigauschiefer. Immerhin muss betont werden, dass der Vorarlberger-, bezw. der Vaduzer- und Tries- nerflysch nicht im gleichen Becken zum Absatz gelangten, in welchem die Prätigauschiefer abgelagert wurden. Eine Schwel- lenzone (Prätigau-Nordschwelle Nä'nny's) hat die beiden Se- dimentationsräume voneinander getrennt. Diese Trennung war wahrscheinlich zur Zeit des oberen Senons keine vollständige
        

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