- 122 - bergerflysches gelegenen Abschnitt gebildet wurden. Die Gesteine der Schloßserie sind feinkörniger und kalkreicher als die Sandsteine der Schwabbrünnenserie. Diese Feststellung würde die Annahme stützen, dass die Sedimentation zur Zeit des Cenomans bis Turons in südlicher Richtung in den grossen Flyschtrog erfolgte, in welchem wohl auch der Vaduzer- und der Triesnerflysch gebildet wurde. Dagegen finden wir in der Eicholztobelserie, welche wir — mit Vorbehalt — als ungefähres zeitliches Äquivalent der Planknerserie ansehen, mehr klastische Bildungen als in der Planknerserie. Diese etwas überraschende Feststellung möchten wir folgendermassen in- terpretieren : Der Trogabschnitt des Vaduzer- und Triesnerflysches befand sich schon 60 weit südlich, dass er sich bereits im Einfluss- gebiet der Prätigau-Nordschwelle befand. Der Detritus wäre in die- sem Falle von Süden her in diesen Sedimentationsbereich gelangt. V. Tektonik des Flysches 1. Grosstektonik Tektonisch zeigen die Flyschvorkommnisse Liechtensteins einen Bauplan, der mit den tektonischen Grundzügen der höheren helve- tischen Decken *iel mehr Gemeinsames besitzt als mit dem Bauplan der ostalpinen Decken. In zwei wesentlichen Punkten stimmt der Vorarlbergerflysch (und in geringerem Masse auch der Vaduzer- und Triesnerflysch) mit den Merkmalen helvetischer — oder allgemein gesprochen — westalpiner Tektonik überein. a. Die ausgeprägte Axialdepression in der Zone des Rheintals, welche wir für die helvetischen Einheiten schon im Abschnitt über den Schellenberg erwähnt haben, kommt auch im Flysch sehr deutlich zur Geltung. Wir haben bei der Beschreibung der Serien des Vorarlbergerflysches jeweils den Betrag des axialen Abstiegs einer jeden Serie vom Frastanzersand gegen das Ge- biet von Schaan hin angegeben. Im Durchschnitt beträgt diese Absenkung 150 — 180 m pro Kilometer Horizontaldistanz. Westlich des Rheintals ist dann wieder ein starker axialer Anstieg des Vorarlbergerflysches festzustellen. Während die
        

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