— 119 - an, wie sie im Vorarlbergerflysch (Fanölaserie) zu dieser Zeit fehlen, wenn wir doch das eingeschwemmte Material von Norden beziehen wollen ? Sind nicht vielleicht unsere Vorstellungen von den Schwel- lengebieten zu schematisch ? Könnten wir die sogenannten Schwel- len nicht als Gruppen isolierter Inseln betrachten, von deren Kliffen der Grobschutt bezogen werden könnte, während die feineren De- tritusanteile von weiter entfernten Gebieten durch Strömungen he- rangeschafft sein könnten ? Wir glauben, dass zur befriedigenden Beantwortung dieser Fragen noch sehr viele sorgfältige Detailauf- nahmen nötig sind und dass der ganze Abschnitt des Vorarlberger- flysches daraufhin sorgfältig überprüft werden muss. Im gegenwär- tigen Zeitpunkt scheint es uns noch verfrüht, definitive Entschei- dungen treffen zu wollen. Betrachten wir noch kurz, was uns der Kristallinindex in den verschiedenen Serien aussagen kann : In der Schwabbrünnenserie ist der Kristallinindex gross, wäh- rend er gegen das obere Senon hin immer kleiner wird. Dieser Be- fund steht im Einklang mit der vorher behandelten Feststellung, dass mit fortschreitender Zeit sich in den Schutt immer jüngere Sedimentanteile mischen. Präexistente, hauptsächlich aus kristalli- nen und älteren sedimentären Gesteinen aufgebaute Schwellenzonen wurden zuerst abgetragen. Im Verlaufe des Senons hoben sich dann Gebiete, die bisher unter Wasser gelegen hatten, empor und wurden nun ihrerseits von der Erosion ergriffen. Auf diese Weise Hesse sich die beträchtliche Zunahme von sedimentären Komponenten in den obersenonen Flyschserien erklären. Damit ist aber die erwähnte Feststellung, dass sowohl in den Prätigauschiefern wie auch im Vor- arlbergerflysch mit fortschreitender Zeit immer jüngere Sediment- komponenten zum Absatz gelangten, noch immer nicht gedeutet. Die im Folgenden dargelegten Interpretation schien uns zur Erklä- rung dieser Tatsache am einfachsten und ergab bisher keine Wider- sprüche : Die Schwelle, welche den Trog des Vorarlbergerflysches gegen Norden abgrenzte, musste bereits in der Unterkreide angelegt sein. Anders könnten wir uns kaum erklären, dass in der Schwabbrünnen- serie nur jurassische oder ältere Gesteine als Komponenten auf- treten. Die starke Zufuhr gröber detritischen Materials zur Zeit der
        

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