— 118 — wesen sei. Dieser Flachmeerbezirk wäre im Verlaufe des Senons durch Verwerfungen, welche sich vom Gehiet der Prätigau-Nord- schwellc schrittweise gegen Norden vorgeschoben hätten (homothe- tische Verwerfungstreppe), allmählich aus dem Wasser gehoben worden und hätte dann den nordpenninischen Sedimentationsraum mit seinen Erosionsprodukten beliefert. Dieser eleganten Interpre- tation steht aber die Tatsache im Wege, dass im Turon bis unteren Serron im Räume nördlich der Prätigau-Nordschwelle N ä n n y 's Sedimente des Vaduzer- und Vorarlbergerflysch.es zum Absatz ge- langten (was N ä n n y in seinem Abwicklungsversuch selber an- nimmt), welche mit der Fazies der eingeschwemmten Turonkompo- nenten nicht die geringste Verwandtschaft aufweisen. Wir fragen uns deshalb, aus welchem Räume die dichten Turon- kalke bezogen werden könnten. Eine Herkunft aus dem Süden scheint uns kaum denkbar, denn im ganzen, mindestens 30 Kilo- meter breiten Trog der Prätigauschiefer finden wir keine entspre- chende Fazies. Würden wir die Kalke aus dem Unterostalpin be- ziehen, so wäre der relativ geringe Abrollungsgrad bei einem so weiten Transportweg kaum verständlich. Zudem zeigt die Fazies eher helvetische Ausbildung (dichte Kalke mit Orbulinarien) als un- terostalpine. Wir müssen deshalb ein nördlich gelegenes Lieferge- biet annehmen. Eine Möglichkeit wäre vielleicht die, dass die im Norden des Vorarlbergerflysches angenommene Schwelle während der Zeit der Bildung der Schwabbrünnenserie langsam abgetragen worden wäre und dass im Senon durch irgend einen tektonischen Vorgang das nördlich daran anschiessende Gebiet über Wasser ge- hoben worden wäre. Die Fazies des südhelvetischen (oder hochhel- vetischen) Raumes der unteren Oberkreide ist von derjenigen un- serer Komponenten nicht verschieden. Wie aber würden diese Komponenten bis in den Raum der Prätigauschiefer gelangt sein ? Die Verfrachtung bis in dieses Gebiet wäre nur dann möglich ge- wesen, wenn die Prätigau-Nordschwelle bis zum oberen Senon eben- falls abgetragen worden wäre und somit der Einschwemmung aus Norden nicht im- Wege gestanden wäre. Dieser Deutungsversuch kann aber wiederum nicht voll befriedigen : Weshalb, so fragen wir uns nämlich, trifft man denn in der Eggbergserie (Maestricht) der Prätigauschiefer grobe, polygene Brekzien und Konglomerate
        

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