— 85 — zwischen Rhein- und Saminatal nicht zu überschreiten vermochte, da diese Sperre damals, vor dem Abbrechen des postglazialen Trie- sener Bergsturzes, bedeutend über den Eishöchststand hinaufragte. Die kristallinen Erratika des Saminatales müssen deshalb als dem Montafon entstammend dem Illgletscher zugeschrieben werden, der weit ins Seitental der Samina eindrang und den Lokalgletscher zu- rückstaute. Nach Verdam (1928) wäre anzunehmen, «dass das Eindringen in die Seitentäler erst im Rückzugsstadium stattfand, als die Seitentäler infolge ihres niedriger gelegenen Einzugsgebietes schneller abschmelzen mussten wie der Illgletscher, der bis über 3000 m hinaus sich erstreckendes Nährgebiet besass». Es wäre aber ebensogut möglich, dass der Saminagletscher früher bei einem höhe- ren Eisstand zurückgestaut wurde und sich gar über das südwärts vordringende Eis des Illgletschers legte, wie dies G u n z (1946) ver- mute!. Eine Klärung dieser Frage werden möglicherweise die Unter- suchungen meines Freundes R. B 1 a s e r aus der Gegend westlich der Samina bringen, wo die Moränenbedeckung bedeutend besser erhal- ten ist als im Steilgehänge der Ostseite. In seiner letzten, posthum erschienenen Arbeit lässt nun aber G u n z (1946) die Möglichkeit eines Ueberfliessens des Rheingletschers durch die Lücke des Bar- gellajoches ins Saminatal offen. Denn einerseits zeigt der Oberrand der Rheinmoränen, der bei Sargans noch auf 1700 m liegt, auf der Strecke zwischen Sargaus und Feldkirch ein abnorm geringes Ge- fälle, was nach G u n z auf die Stauwirckungen der Linth-, III- und Wildhausergletscher zurückzuführen ist, Anderseits fand Gun z auf dem Flysch in der Nähe des Bargellajoohes unverkennbare Schliff- spuren, so dass ein zeitweises, schwaches Ueberfliessen des Rhein- gletschers ins Saminatal über das 1740 m hohe Bergellajoch nicht ausgeschlossen ist. Trotzdem scheint mir wahrscheinlicher, dass die kristallinen Erratika im Saminatal dem Illgletscher entstammen. Die letzten Spuren dieser Gesteine liegen, wie Schumacher (1929) bereits erkannte, bei ca. 1160 m im Zügwald. In der Hauptdolomitschlucht des Saminatales sind verschie- dentlich Reste von Schottern und Sanden zu sehen, die schon Trümpy (1916) gekannt hat. Am besten aufgeschlossen sind sie im ersten rechtsseitigen Anriss über der Samina südlich des Gross- tobels. Die Schotter und Sande zeigen hier eine deutliche Delta- 6
        

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