— 303 — Tinic eingeschrieben. liiese letzterwähnten Einträge ziehen sich von fol. 1 — 9, und erscheinen vereinzelt wieder auf fol. 21 und 24' und bringen ein Urbar von Eschcn-Schellenberg;. doch es fehlt der Anfang, denn das vorderste Blatt ist ausgeschnitten. Doch der Anfang steht im Exemplar des Landesarchives zu Vaduz, das auch aus dem Pfäverser Klosterarchiv stammt, und ist gedruckt bei Büchel, Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 1926, S. 58 f. Das dort auf S. 59 letzte gedruckte Alinea ist das erste unseres Codex. Zwischen diesem hier beginnenden Text stehen vereinzelt die älteren Jahr- zeiteinträge in dunkler Tinte, die aber auch ab fol. 10 den nun sonst leeren Raum zwischen dem Kalender nur zum kleineren Teile füllen. Zu dieser Gat- tung gehört der eben veröffentlichte Eintrag, der in gotischer Kursive des frühen 15. Jht. geschrieben und somit der Stiftung gleichzeitig ist. Zur Sache: Die St. Leonhardskirche zu Ragaz war 1416 noch ganz neu, denn 'am 4. April 1411 leuchtet ihr Dasein erstmals urkundlich auf; vgl. Rothcnhäusler, Festschrift zum 500. Jahrestag der Schlacht bei Ragaz 1446 — 1946). Und doch war sie schon Wallfahrtskirche! Die Pfäverser-Mönche machten sie auch in Eschen bekannt. Frau Agnes pilgerte 1416 am St. Leonhardsfeste, der Tag ist in sonntäglichem Rot angekündigt, von Eschen nach Ragaz, wo sie die Feierlichkeiten besuchte und die Wallfahrtskirche, vielleicht wegen eines Gelübdes oder um sich durch ihre Freigibigkeiten den Heiligen gewogen zu stimmen, seine Kirche mit einer frommen Stiftung bedachte. Sie gewann dabei auch den von Bischof Hartmann von Chur, aus dem Hause Vaduz, am 16. Fe- bruar 1413 für. solche Anlässe dieser Kirche eigens gewährten Ablass (Wegelin, Regesten der Benedictiner-Abtei Pfävers, Nr. 401). Dieser Ablass wurde zuge- billigt, da noch nicht einmal alle Baukosten bezahlt waren. So steht also eine einfache Frau von Eschen am Anfange der Geschichte dieser uralten, prächtigen Kirche. a rot in got. Buchschrift. b schwarz in got. Buchschrift. c VIII .— 
conf.- rot in got. Buchschrift, das folgende in Kursive. d hawsfr 
mit Kürzungsschnörkel. e kind 
mit Kürzungsschnörkel. f herrn mit Kürzungstsrich über n. g 
phenig.mic je einem Strich über phen und ig. h i' i hiezwischen steht schwach radiert Di. k d'. l hrr' mit Strich über dem ersten r. m and'r.
        

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