— 212 — «kleine Fed», durch die die Kühe von unten nach oben getrieben werden. Ein Umkehren gibt es dabei wegen Absturzgefahr nicht! Was mir im Gespräch mit Hirten und Bauern besonders auffiel, war der Umstand, dass diese stets die Mehrzahl verwenden wenn sie von dieser örtlichkeit reden, also « i da Fed», «ob da Fed» u.s.w.. Auch wenn sie die Ochsen in das grosse, für sich ziemlich abge- schlossene «Fad» treiben, sagen sie «i d'Fed» und nicht etwa «is Fad». Vorerst ist hier festzustellen, dass nicht nur im Malbun, son- dern sozusagen im gesamten Schweizer-deutschen Alpenraum der Ortsname «im Fad» oder «i de Fäd» vorkommt. «Das Fad» oder «der Fad» bedeutet nämlich nichts anderes als eine bestimmte Form des Geländes, wie das beispielsweise die Bezeichnung Mulde, Ebene, Egge und Wanne auch zum Ausdruck bringen, also ein topographi- scher Begriff. «Fad» war die Bezeichnung für einen abgeschlos- senen Grasflecken mit nur einem Zugang; das war das eigentliche «geschlossene Fad». Daneben benannte man aber auch schmale Grasbänder zwischen Felswänden ebenfalls mit «Fad» oder «Fat», das waren die offenen «Fäd», die wenigstens von zwei Seiten zu- gänglich waren und vielfach auch für gefährliche Auf- und Durch- stiege benützt wurden. Im schweizerischen Apengebiet kommt die Bezeichnung Fad meistens in Verbindung mit andern Wörtern vor, so «Gitzi-Fad», «Kuh-Fad», auch «Saufad», «Bärenfad«, dann aber auch etwa «en leida Fad». Allerdings gibt es dort auch Weideplätze, die wie bei uns einfach mit «im Fad» oder «i da Fäd» bezeichnet werden. Es mag noch interessant sein zu hören, dass im Glarner- land ein von Felsen oder Zäunen umschlossener grüner «Blätz», auf dem die Tiere ungehütet weiden können, «e gschlosses Fad» bezeichnet wird (also ein teilweise künstliches «Fad»). Oefters wer- den auch schwer zugängliche Wildheuplätze mit «Fad» bezeichnet. Über den Namen «Fad» (Mehrzahl: «Fäd», «Fedde», «Fä- der») existieren einige Abhandlungen, auf die ich hier aber nicht weiter eintreten will. Wer mehr wissen möchte, den verweise ich besonders auf das «Schweizerische Idiotikon», «Schweizerisches Ar- chiv für Völkskunde», «Grund und Grat» von Paul Zuisli.
        

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