- 208 — manen und Kelten, Nun aber scheine nicht bloss zufällig der eine oder andere Berg- oder Flussname auf europäischem wie asiatischem Boden identisch zu sein, sondern diese Namensgleichheit erstrecke sich gleich auf Hunderte und Aberbunderte von Fällen, so dass man schlechterdings von keiner bloss zufälligen Aehnlichkeit mehr spre- chen könne. Das Verblüffendste sei aber dabei, dass hier wie dort nicht etwa eine unverständliche Namensschicht vorliege, sondern dass diese Namen auch heutigen Tages noch lebendiges Sprachgut, allen verständlich, darstelle, eben im Munde der drawidischen Be- völkerungsgruppen in Südindien und Ceylon. Selbstverständlich habe ich diese recht interessante Theorie nicht aufgezeigt, um dazu irgendwie Stellung zu nehmen, sondern ich wollte damit nur dartun, wie kompliziert die Erforschung unserer vordeutschen Flur- und Ortsnamen ist. Für unsere Forscher ohne ausgeprägte Kenntnisse in Fremd- und Altsprachen eröffnet sich aber ein anderes noch fast gar nicht bearbeitetes Tätigkeitsfeld in Bezug auf unsere Flur- und Ortsibe- zeichnungcn deutschen Ursprungs. Fürstl. Rat Joseph Ospelt hat in seiner «Sammlung liechtensteinischer Orts- und Flurnamen», veröffentlicht im Historischen Jahrbuch 1911, eine äusserst wert- volle Grundlage für weiteres Forschen geschaffen. Es gilt nun dieses Gerippe — soweit dies notwendig ist — wieder mit Fleisch und Blut zu umgeben, denn wir müssen feststellen, dass auch schon recht zahlreiche Flurnamen deutschen Ursprungs uns nichts mehr sagen, dass wir keine lebendigen Beziehungen mehr zu diesen Worten haben. Fragen wir nach den Ursachen dieser eben erwähnten Erschei- nung, so müssen wir, um das Verständnis hiefür zu gewinnen, uns kürz auf die Entstehung der Flurnamen überhaupt besinnen: Die Bodenform, oder besser gesagt, die Gestalt des Geländes war es vor allem, die unsere Vorfahren veranlasste ein bestimmtes Gebiet nach ihr zu bezeichnen und so stossen wir überall auf Be- zeichnungen wie: Ebene, Boden, Tobel, Mulde, Hang, Schlatt, Wan- ne, Loch usw.. Dann war es die Form und die Grösse der Grund- parzellen, die häufig zur Namensgebung führte; ich erwähne hier nur als Beispiele: Langacker, Grossteil, Queracker, Kleinriedle,
        

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