— 184 — In meinem Arbeitsgebiet lässt sich nun an verschiedenen Orten Jas Vorhandensein von Reliefüberschiebungen und Kerbwirkungen feststellen. Bei der Schilderung der Entstehung der Schönberg- scholle wurde bereits auf derartige Beispiele eingegangen. Aber auch der Einechub der Gorfionscholle erfolgte auf ein bereits vor- handenes Relief. Ampferer hat zuerst erkannt, dass es sioh hier um eine Reliefüberschiebung handelt, deren Bewegungsrichtung-von Osten nach Westen weist. Er schildert die Verhältnisse an Hand ver- schiedener Profile (1937a), die er zum Teil in späteren Publika- tionen unverändert wieder veröffentlicht (1940c, 1944). Da ich mich ganz seinen Ausführungen anschliessen möchte, sollen sie zuerst kurz erwähnt -werden. Die Hochfläche des Augstenberges (ca. 2300 m), die sehr schön erhalten ist, verbindet er mit dem breiten Rücken nördlich des Gamsgrates (ca. 2230 m) zu einer alten Ver- ebnungsfläche. Zwischen diese beiden, heute noch erhaltenen Teile dieses Niveaus ist nun die Lücke des Sareiser Joches eingeschnitten. In diese jüngere Lückenbildung wurde dann die Gorfionscholle von Osten her eingeschoben; deren von der Erosion zerschnittene Reste sind zwischen Sareiser Alp und Bettlerjoch immer wieder zu finden. Diese Schollen, aus Buntsandstein bis Partnachsehiefern bestehend, liegen auf der Sareiser Alp auf Raiblerschichten der Scholle II und greifen im Süden am Augstenberg bis auf den Hauptdolomit von II über, den Ampferer allerdings wie Trümpy für Arlberg- dolomit hielt. Auf der Sareiser Alp besteht also eine Schichtlücke, in der zum mindesten der ganze mächtige Hauptdolomit fehlt. Die Annahme einer tektonischen Aibscherung der fehlenden Schicht- glieder ist ganz hinfällig angesichts der Grösse der Schichtlücke und der Kleinheit der eingeschobenen Schollen. «Es handelt sich daher um klare Reliefüberschiebungen . . . » Ampferer be- schreibt dann noch kurz die Scholle von P. 2251 und die Quetsch- zone des Rückens von P. 2061.7. Im Folgenden sollen nun weitere Ausführungen zu dieser Re- liefüberschiebung gemacht werden, die sich auf die Detailkartie- rung dieses Gebiets stützen.
        

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