- 182 — Es soll hier auch nochmals auf die instruktiven Verhältnisse der Zone Bettlerjoch-Gritsch verwiesen werden, wo sehr schön zu sehen ist, wie die Falknisdecke in die Quetschzone einbezogen wird. (Prof. 11.) Durch die Ueberschiebung der Scholle II werden die Couches rouges und untergeordnet die mittlere Kreide wie mit einem Spachtel über die Scholle I verstrichen. Im Profil sieht es fast aus, als würden Teile der Falknisschuppe in die Ueberschie- bungsfläche eingesogen. Sie bilden mehr oder weniger zusammen- hängende Lagen, die aber bereits von Gesteinen aus dem Liegen- den durchspiesst sind. Entsprechend ihrer Ausgangslage werden die Couches rouges im Liegenden und Hangenden von Gault begleitet. Wir haben nun aber schon früher gesehen, dass die Schichtreihe der Falknisdecke im Bestand der Quetschzone höchstens durch Gaultquarzite vertreten ist. Nachdem am Bettlerjoch die eben be- schriebene Möglichkeit eines Einbezuges auch weiterer Schicht- glieder doch gegeben wäre, muss nach einer Erklärung für deren Fehlen gesucht werden. Eine mögliche Ursache könnte darin zu finden sein, dass die als Schub feile -wirkende Scholle II nicht ge- nügend Gewalt besass, grossere Elemente der Fälkniskreide aus ihrem Zusammenhang zu reissen. Sie vermochte lediglich kleinere Blöcke der im •unmittelbar Liegenden sich befindlichen Gault- schichten abzusprengen und an ihrer-Basis mitzuschleppen. Wenn dieser Erklärungsversuch zutrifft, so bedeutete dies, dass die in dieser Gegend einige hundert Meter mächtige Scholle II einen zu geringen Druck auf ihre Unterlage ausübte und infolgedessen nicht imstande war, grössere Anteile einer neuen Gesteinsserie der Quetschzone einzuverleiben. Wie aber bereits geschildert wurde, fehlen Gesteine der Falknisdecke meistenteils auch an den Schub- flächen, die von bedeutend grösseren Mächtigkeiten der Lechtal- decke überlagert werden. Nach obigem Deutungsversuch bedürfte es also noch grösseren Ueberlagerungsdruckes sich bewegender Schubmassen; um unter gleichen Bedingungen zur Ausbildung ei- ner aus Schubsplittern bestehenden Quetschzone an deren Basis zu führen. Sind derartige Späne aber einmal aus ihrem Zusammen- hang gerissen, so folgen sie der Bewegung der hangenden Schub- masse relativ leicht. So sind die Gesteine der Aroser Schuppenzone weiter im Süden durch den gewaltigen Druck des gesamten auflie-
        

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