— 179 — f e r e r (1937a) vermutet, dass möglicherweise ein Teil dieser Zone im Rätikon durch die Auswitterung von bunten Einschlüssen der Raibier Gipse entstanden sein kann, dass es sich also zum Teil um normale stratigraphische Einlagerungen im Gips handelt. Ein ande- rer Teil, wie Triasmaterial, Sulzfluh- und Falknisgesteine, wird als lokalen Ursprungs beschrieben. Das übrige, Serpentin, Ophicalcit, Granit, etc. ist fremder Herkunft. In einer späteren Arbeit: Probleme der Arosazone im Rätikon- Gebirge (1940c) befasst sich Ampferer nochmals eingehend mit diesem Problem. Würden die Schollen wirklich wie Dachziegel von Südost gegen Nordwest übereinandergreifen, so mü&ste die «Arosazone» vom Buntsandstein ihrer eigenen Schubscholle über- lagert werden und auf den höchsten Schichten, den wohl cenomanen Kreideschiefern der überwältigten Nachbarscholle liegen. Diese rein geometrische Forderung ist nun im Rätikon nirgends erfüllt, weshalb A in p f e r e r nach einer Erweiterung dieser Bauformel suchte. Danach hatte nach einer ersten von Süden gegen Norden gerichteten Verfrachtung dieses Gesteinsmaterials aus der südlichen Heimat in wesentlich jüngerer Zeit eine E — W gerichtete Bewe- gung stattgefunden. Diese Verschiebungen erfolgten als Reliefübe.r- schiebungen, «nachdem vorher schon eine tiefe Zertalung der Lech- taldecke, eine ausgedehnte Verebnung und neuerliche Zerschnei- dung dieser wohl tertiären Flächen stattgefunden hatte». Es können somit Reste der Quetschzone unterschieden werden, die entweder nur die S — N Verschiebung mitmachen oder andere die zusätzlich durch die Erosion freigelegt wurden und dann noch vom E — W Schub ergriffen wurden. Die Auflagerung der Quetschzone auf die Raibiergipse war erst nach der Erosionsperiode möglich und ihre Einbringung in die Talfurchen, an deren Sohle die Gipslager frei lagen, konnte nur von oben herein erfolgen. Dass eines der hierfür angeführten Beispiele, die Gegend von Guschgfiel- Mattajoch, nicht auf diese Weise gedeutet werden kann, habe ich bereits erwähnt. Anderseits bin ich ebenfalls zur Auffassung ge- langt, dass zwischen einzelnen Ueberschiebungsphasen bedeutende Erosionsperioden gelegen sind, wie dies bei der Besprechung der Entstehung der Scholle I bereits beschrieben wurde; allerdings halte ich dafür, dass zunächst wiederum Bewegungen von Süden
        

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