— 173 — ten wiederum Quetschzonengesteine auf, beispielsweise der Ophio- lith des Schmelzikopfes und die Couches rouges-Linsen im Valorsch, die wohl eher aus dem Bestand der Sulzfluhdecke a's der Falknis- decke stammen dürften, da im Westabhange des Heubühls die Sulz- fluh-Coucbes rouges in zwei Lagen in bedeutender Mächtigkeit vor- handen sind und aus tektonischen Gründen leichter an die Basis der Schönbergscholle im Valorsch gelangen konnten. Der eigentliche Träger dieser neuen Bewegung war der Flysch, der die Scholle I mehr oder weniger passiv mitgführt haben dürfte. Bei ihrer Nord- bewegung stiessen diese beiden Elemente jedoch relativ bald auf den Nordhang des alten Tales und fuhren ein Stück weit an ihm empor, dabei eventuelle Unebenheiten des Hauptdolomitgegenhan- ges abschleifend. Nach dieser Auffassung haben wir es bei der Ausbildung der Schönbergscholle mit einem schönen Beispiel von Kerbwirkung zu tun, welchen Begriff A m p f e r e r in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften in Wien im Jahre 1916 einführte. Zu wiederholten Malen behandelt er später diese Erscheinung und definiert folgendermassen (1929a): Es sind darunter jene Wir- kungen zu verstehen, welche auftreten, wenn nicht eine unversehrte Schichtfolge, sondern eine bereits von der Erosion oder der Tek- tonik zerschnittene noch weiteren mechanischen Angriffen ausge- setzt wird.» In der gleichen Arbeit (1929a) bespricht er an Hand von Beispielen aus den Südalpen einige Begleiterscheinungen der Kerbwirkung. Die dort gegebenen Erklärungen können ungezwun- gen und fast wörtlich für die Deutung der Entstehung der Farn- tobelschuppe verwendet werden. Beim Einschnitt einer Talfurchc erfahren horizontal liegende Schichten an und für sich im Vertikal- schnitt eine Abschrägung, die umso stumpfer wird je steiler der Erosionseinschnitt wird. Wird nun das Gebiet einer solchen Furche einer erneuten seitlichen Pressung unterworfen, die aus der Tiefe aufsteigt, so unterliegen ihr die noch geschlossenen Verbände der lieferen Schichtenlagen und weichen gegen oben aus. Bei diesem Auf- trieb der tieferen Schichten können auch die seitlichen Ränder der Furche ergriffen werden. Auch ist es nun leicht möglich, dass die yorderen keilförmigen Teile der Schichtenraassen abgebrochen wer-
        

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