— 171 — mir wahrscheinlich zu sein, weil sich nirgends Spuren einer tekto- nischen Abscherung, beziehungsweise Anhäufung feststellen lassen. Es erscheint allerdings eigenartig und bedarf einer Erklärung, dass die Verwitterung den mächtigen. Hauptdolomit abzutragen imstan- de war, vor den weichen Raiblerschichten aber halt machte. Es wäre aber möglich, dass der Hauptdolomit nicht restlos wegerodiert war, dass er wenigstens lokal noch als dünne Schutzdecke über den Raiblerschichten lag, durch die Ueberschiebung der Scholle II dann aber entfernt wurde und nun in stark zerbrochenem Zustand leicht Weggeführt werden konnte. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass die tektonisch äusserst beweglichen Raiblerschichten auch an Stellen, von denen sie als Folge der Erosion bereits verschwunden waren, durch den Spachtel der höheren Scholle wieder angehäuft wurden. Andererseits ist festzustellen, dass auch heute die Raiblerschichten weithin an der Oberfläche liegen. Es scheint, als ob sie mit ihrer Vegetationsschlitzschicht dem Angriff der Verwitterung besser zu widerstehen vermögen als der leicht zerfallende, kaum überwach- sene Hauptdolomit. Die Ueberschiebung der Scholle II erfolgte aus südlicher Rich- tung. Ueber die Falknisdecke wegschreitend, ergriff sie, wie Triim- p y (1916) ausführt, die Stirnteile der Barthümeljochantiklinale und verschleppte sie nach Norden. Sie bog das Südende der Scholle I auf und führte an ihrer Basis neben Gesteinen der Aroser Schup- penzone und der Sulzfluhdecke nun auch etwas Kreide der Falk- nisschuppe mit. Am Rücken von P. 2061.7 südlich Gritsch ist dieses Einbeziehen der. Falknisdecke in die Schubbahn an der Basis der Scholle II schön zu sehen. Wahrscheinlich ist die Bildung der Aug- stenbergschuppe auch schon in dieser Phase erfolgt. Die Scholle II be- wegte sich nach Norden bis sie das Hindernis des Hauptdolomits des Gamsgrates anfuhr. (Prof. 8, 9.) Sehr wahrscheinlich führte sie auch in ihren stirnwärtigen Teilen noch etwas Hauptdolomit; doch reichte die Schubkraft nicht hin, um den hochstehenden Südschenkel der Mulde des Gamsgrates zu überwinden. Scholle II staute sich an ihm und zwang ihm ihre Streichrichtung auf. Zu dem ostalpinen SW -— NE Streichen gesellt sich also das E — W Streichen der späteren Phasen; es bildete sich ein Gebiet der Interferenz der beiden Be- wegungsrichtungen, wie wir sie deutlich im Hauptdolomit des Och-
        

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