— 166 — Für das Gebiet Ochsenkopf-Scheuenkopf möchte ich nun eine neue Deutung vorschlagen. Danach gehört der dortige Hauptdolo- mit nicht zu einer vom Liegenden zu unterscheidenden, selbstän- digen tektonischen Einheit, sondern bildet das normale Hangende der Schönbergscholle, wobei in den ausserordentlich mächtigen Raiblerschichten eine Fläche sekundärer tektonischer Bewegung liegt. Der Hauptdolomit verbindet sich über das Gamptal hinweg antiklinal mit der Gallinakopfscholle. Von hier weg nach Osten bildet die Scholle I ein einheitliches Element, da die Störungszone Bargella-Guschgfiel, die sie im Westen zweiteilt, im Gamptal aus- klingt. Nach dieser Auffassung muss also der grösste Teil des Rätikons der gleichen Scholle zugesprochen werden. Von Osten her kom- mend überschreitet sie bei Bludenz die III. Zu ihr gehört das ganze Gebiet vom Tschalenga Berg über Klamperschroffen und Alpilakopf zum Fundelkopf, die Kette vom Ochsenkopf zum Exkopf, das Mas- siv des Gallinakopfes, der Kamm der Drei Schwestern nach Süden bis zum Heubühl, Schönberg und Hahnenspiel. Die Gesamtheit dieser Drei Schwestern-Fundelkopfscholle möchte ich nach • der Trümpy 'sehen Nummerierung als Scholle I bezeichnen. Die Quetschzone, die an der Basis der Scholle II liegt, zieht sich vom Bettlerjoch durchs Hundstäle, nördlich um den Nospitz herum, durch den Hintergrund des Malbun zum Schlucher. Von hier biegt sie nach Osten um, statt wie bisher angenommen nach Norden weiterzuziehen, überschreitet die Wasserscheide zwischen Gamsgrat und Beim Kreuz, folgt dem Lauf des Trübbaches und des Virgloria Tobels bis hinauf zum Amatschonjoch. Hier mündet sie in die Quetschzone, die die Scesaplanascholle von dem Fundel- kopf massiv trennt. Scholle II umfasst also Nospitz und Augstenberg, den Osthang des hinteren Malbuntales bis zum Schlucher, die Un- terlage der Sareiser Alp und den Hang nordöstlich des Nenzinger Himmels; gegenüber der bisherigen Danstellung ist sie also bedeu- tend kleiner geworden und tritt an regionaler Bedeutung hinter der Scholle I zurück.
        

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