— 163 — als die Folge der auf den Rand der Scholle I geschobenen Scholle II betrachtet werden. Wieder ein Beweis dafür, dass die Ueberschie- bung sich nicht weiter ausdehnte, ist der Umstand, dass die Schol- le II sich gegen die Scholle I emporgeschoben hat; bei einer inten- siven Ueberschiebung Hätte Scholle II durch ihr Gewicht Scholle I hinuntergedrückt und würden wir SE •— Fallen finden.» Diese wohl etwas schwierig zu begründende Erklärung deckt sich auch nicht mit den Profilen, die Verdam seiner Arbeit mitgegeben hat. Viel einfacher gestalten sich die Verhältnisse bei der Annahme ei- ner antiklinalen Verbindung der beiden Hauptdolomitgruppen im Nordwesten und Südosten des Gamptales über den Einschnitt des Tales hinweg. Wird nun aber die tektonische Einheitlichkeit der Lechtaldecke zwischen Gallinagrat und IN zugegeben, so stellt sich eine Schwie- rigkeit ein, die einer Erklärung bedarf. Nach Trümpy liegen Drei Schwestern-Gallinakopfscholle und Heubühl-Schönbergscholle tektonisch im gleichen Niveau. Dies scheint mir zweifellos richtig zu sein, da sie beide dem Flysch direkt überschoben sind. Allerdings ist die Drei Schwesternscholle in sich wieder in Schuppen zerlegt, eine durch die Untersuchungen meines Freundes R. Blaser neu beigebrachte und eindeutig bewiesene Tatsache; doch darf sie für diese Ueberlegungen als Einheit aufgefasst werden, wie sie durch den Hauptdolomit repräsentiert wird. Nun ist aber gezeigt worden, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Ochsenkopf-Fundelscholle im Osten mit der Gallinakopfscholle zusammenhängt, tektonisch also ebenfalls im gleichen Niveau liegt. Im Westen jedoch soll sie nach bisherigen Darstellungen auf die Schönbergscholle überschoben sein, tektonisch höher liegen und durch eine Quetschzone erster Wichtigkeit vom Liegenden getrennt sein. Dies bedeutet kurz ge- sagt, dass einem im Norden durchgehend vorhandenen Element im Süden in gleichem tektonischen Niveau zwei Elemente entsprechen, die aber unter sich in verschiedener tektonischer Höhenlage sich befinden müssten. Die Unmöglichkeit dieser tektonischen Deutung ist naheliegend, weshalb nach einer neuen Lösung gesucht werden musste. Hier mag nur vorweggenommen werden, dass ich die Drei Schwestern-Gallinakopf-Schönbergscholle und die Ochsenkopf-Fun- delkopfscholle als ein zusammengehörendes Element betrachten
        

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