— 160 — 2. Diskussion a. Nordgebiet Wie wir gesehen haben, sind sich Trümpy und Gubler prinzipiell darüber einig, dass Scholle I am Nordrand des Rätikons bis gegen die III fortsetze. In der Grenzziehung zwischen I und II aber unterscheiden sich ihre Auffassungen. Trümpy, der aber diese Stelle nicht genauer untersucht hat, sieht die Ueberschiebungs- fläche grösstenteils in den Raiblerschichten und spricht vom Tscha- lengaberg als von mittlerer Trias von I, während II erst in der Einsattelung gegen den Loischkopf im Süden folgen soll. Diese Art der Abgrenzung übernimmt Gubler nicht, da er die Scholle II mit dem Anisien einsetzen lässt und vom Anisien zum Norien — in Uebereinstimmüng mit Verdam — eine durchgehende Schicht- reibe sieht. Die Ansicht V e r d a m 's, wonach Trümpy sich durch die Bergstürze verursachte Doppelung habe täuschen lassen, scheint mir nicht stichhaltig zu sein, da T r ü m p y die Grenze of- fensichtlich viel höher in die Schichtfolge hinauf verlegte. V e r - d a m s entsprechende Auslegung der Interpretation G u b 1 e r 's scheint mir dagegen wahrscheinlicher zu sein, da die Bergstürze Muschelkalk und Partnachschiefer umfassten und so die schein- bare Doppelung herbeiführten, durch die Gubler veranlasst wur- de, hier auch die Scholle I auszuscheiden. Für die Unterscheidung zwischen Scholle I und II liegt im Gebiet zwischen Mengbach und III somit kein eindeutiger Beweis vor. Deshalb bin ich geneigt, die von Verdam und Ampferer vertretene Ansicht als zutreffend anzunehmen, wonach die Störungs- zone Bargella-Guschgfiel im unteren Gamptal ausklinge. Gestützt wird diese Auffassung durch eine Analyse der Struk- turrichtungen der verschiedenen Triaspakete. Trümpy (1916) gab eine Zusammenstellung der wichtigsten Faltungsphasen mit den zu- gehörigen Schub- und Faltungsrichtungen, die zum heutigen Bau des Rätikons geführt haben. Nach den Aufnahmen in meinem, allerdings kleinen Untersuchungsgebiet scheinen mir die Ueber- legungen T r ü m p y 's auch heute noch volle Gültigkeit zu haben; alle Tatsachen unterstützen seine Ansicht, wobei sich allerdings zusätzlich der E — W Schub, wie ihn Ampierer postuliert, nachwei-
        

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