— 115 — Anderseits ißt die Ausbildung der Raiblerschichten auch im Strei- chen häufigem Wechsel unterzogen, sodass keine Leithorizonte zur Enträtselung der Tektonik verwendet werden können. Es handelt sich vorwiegend um die typischen Raibierschiefer und -Sandsteine, um Rauhwacken, Kalke und Dolomite, die sioh in verschiedenen Stufen zu wiederholen scheinen. Gips tritt erst weiter östlich in bemerkenswerten Mengen auf. T'r ü m p y (1916) schreibt: «Die Verhältnisse sind hier ziemlich kompliziert. Der Hauptdolomit ist in mehrere, seihst wieder gefaltete Schuppen gestapelt, deren ober- ste hier die Unterlage der Gipslandschaft am Fusse des Ochsen- kopfs bildet». Schumacher übernimmt widerspruchslos diese Auslegung. Den von Trümpy ins Norien gestellten Dolomit fasse ich nun aber als carnisch auf (siehe S. 72). Dadurch fällt die schwer verständliche Erklärung dahin, wonach der sonst äusserst mächtige Hauptdolomit Schuppen von wenigen Dutzend Metern Mächtigkeit bilden sollte. Vielmehr ist alles den Raiblerschichten zuzustellen, die zwischen den liegenden Arlbergschichten und dem hangenden Hauptdolomit eine vollkommen selbständige tektonische Linien- führung besitzen. Es handelt sich vorwiegend um Faltentektonik der plastischen Gesteinsvergesellschäftung, wobei einer möglichen Schuppenbildung eine wohl untergeordnete Rolle zuzuschreiben ist. Im gleichen Gebiet ist der Hauptdolomit auf ein Erosions- relikt beschränkt, das die Gipfel der Drei Kapuziner und des Stach- lerkopfes bildet. (Prof. 14.) Es handelt sich um eine etwas einge- muldete Struktur, die am Stachlerkopf N 73° E streicht und mit 32" gegen N fällt, während die Schichtlage an den Drei Kapuzinern von N 30° E, 5° SE zu N 135° E, 21° NE dreht. Der kühne Turm des Kircble, P. 1914, ist noch sicher zum Hauptdolomit zu stellen, während die obersten Meter der Erhebung von P. 1926.8 nur mit Vorbehalt als Hauptdolomit zu bezeichnen sind. Während weiter westlich der Gips kaum zu finden ist, tritt er nun auf Sass und Fluh plötzlich in unerhörter Mächtigkeit und Aus- dehnung auf. Hier bildet er eine weite, eindrückliche Dolinenland- schaft, auf die aber erst im Zusammenhang mit dem Malbun einge- gangen werden soll (siehe S. 134).
        

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