— 98 — V. Tektonik A. Uebersicht Die erste auf den Erkenntnissen der Deekenlehre fussende, eingehende Bearbeitung 'des westlichen Rätikons, stammt von D. Trümpy (1916). Sein Werk bildet die Grundlage für jede fol- gende Forschung. Er erkennt die grossen Strukturlinien vom pen- ninischen Flysch bis hinauf in die oberostalpine Sedimentdecke und schafft 'die bis beute gültige Deekennomenklatur. In dem von der Falknisdecke aufgebauten Gebiet, das den Kernpunkt der T r ü m - p y'schen Arbeit bildet, ist seither nichts Wesentliches neu dazuge- kommen. Im Grossen ist auch seine tektonische Beurteilung der oberostalpinen Trias-Kreidesehichtpakete von allen folgenden Un- tersuchungen bestätigt worden, obschon er diese Gebiete nicht in gleichem Masse wie die unterostalpinen Bauelemente bearbeiten konnte. Die Auffassungen über die inneren Strukturen der einzel- nen Schöllen haben allerdings einige Modifikationen erfahren durch die weiter ins Detail getriebenen Arbeiten von P. Ami (1926), J. Gubler (1927), W. Leutenegge r (1928), J. Verdam (1928) und Chr. Schumacher (1929). Trümpy war noch der Ansicht, dass neben der Lechtaldecke auch die Allgäudecke und möglicherweise auch die Inntaldecke westlich der III wesentlich am Aufbau des Gebirges beteiligt seien. So zählte er seine Schuppen I und II zur Allgäudecke und vermutete einen Zusammenhang zwischen Zimbafalte und Inntaldecke. M. Richter (1930) hat jedoch nachgewiesen,, dass die Allgäudecke, die neuerdings von R. Staub (1937) in eine subsilvrettide Stel- lung gebracht und der Stirnzone der raittelostalpinen Decke zuge: ordnet wird, nirgends nach Westen über die III hinausreicht. Bereits die mit Gliedern der tieferen Trias beginnende Drei Schwestern- scholle gehört zur Lechtaldecke, da sonst die Raiblerschichten das tiefste Glied der Allgäudecke bilden. Ebensowenig besitzt die Inntaldecke westlich , der III grössere Verbreitung. 0. Ampfer er (1932, 1934) hat gezeigt, dass nur die kleine Hauptdolomitkappe des Wildherges nördlich der Scesa- plana als eine Reliefüberschiebung der Inntaldecke auf die Scesa- planamulde der Lechtaldecke betrachtet werden kann.
        

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